Die Historie des Ölpreises auf dem Weltmarkt von 1859 bis 2008
1859:
Die erste kommerzielle Bohrung nach Erdöl wurde 1859 in Pennsylvania, USA, durchgeführt. Die Nachfrage nach dem neuen Leuchtstoff Petroleum explodierte und sorgte dafür, dass in den folgenden Jahren der Ölpreis auf rund 8 Dollar pro Barrel (159 Liter) stieg. Inflationsbereinigt (nach Preisen des Jahres 2007) mussten damals im Jahresdurchschnitt 107,38 Dollar gezahlt werden!
1878:
Da auch Russland vom Erdöl profitieren wollte und auch in die Erdölförderung einstieg, führte das zu einem steigenden Angebot und zu sinkenden Erdölpreisen. 2,56 Dollar (50,05 Dollar inflationsbereinigt) wurde nur noch für ein Barrel gezahlt.
1900:
Aber auch die Erfindung der Glühlampe durch Edison machte sich beim Erdölpreis bemerkbar – elektrisches Licht verdrängte die herkömmlichen Öllampen vom Markt und die Nachfrage nach Erdöl sank. Unter 2 Dollar (inflationsbereinigt ca. 38 Dollar) wurde Anfang 1900 ein Barrel Öl gehandelt – das Geschäft mit dem Erdöl stagnierte.
1908:
Henry Ford bringt das in Fließbandfertigung produzierte T-Modell auf den Markt. Mit Erfolg, wie wir wissen: Das Automobil wird Massenprodukt und entsprechend erhöht sich die Nachfrage nach Benzin. Die Erdölpreise steigen. Es ist der Anfang der motorisierten Gesellschaft und der Beginn des Benzinzeitalters.
1929:
Die Weltwirtschaftskrise führte zu schweren volkswirtschaftlichen Einbrüchen aller Industrienationen. Die goldenen 20er Jahre fanden ein jähes Ende. Unternehmenszusammenbrüche, Deflation (Rückgang des Preisniveaus) und hohe Arbeitslosigkeit führten dazu, dass die Nachfrage nach Erdöl deutlich zurückging und der Erdölpreis auf seinen historischen Tiefstand fiel: 1931 wurde das Barrel Erdöl mit 0,65 Dollar gehandelt, was inflationsbereinigt 8,92 Dollar entspricht.
Die 50er Jahre:
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu Zeiten des Wiederaufbaus war der Ölpreis relativ günstig: 1,99 Dollar (inflationsbereinigt 17,23 Dollar) kostete damals das Barrel Rohöl. Trotz diverser Krisen (z.B. Suezkrise, 1956) blieb der Ölpreis stabil.
Die 60er Jahre:
In den 60er Jahren dann stiegen Nachfrage und Angebot von Erdöl rasant an und ein Wettkampf um Marktanteile begann. Mit dem Resultat, dass der Ölpreis auf 1,80 Dollar pro Barrel sank – ein weiterer Tiefpunkt, wenn man sich vor Augen hält, dass das inflationsbereinigt 9,65 Dollar entspricht.
1973:
Die Welt erlebt ihre erste Ölkrise. Die Fördermengen wurden reduziert bei gleich bleibender Nachfrage. Das führte dazu, dass der Ölpreis um rund 70% anstieg und Erdöl 1973 über 5 Dollar pro Barrel kostete. Doch damit nicht genug: 1974 stieg der Ölpreis weiter und erreichte fast die Marke von 12 Dollar – inflationsbereinigt bedeutet das rund 50 Dollar pro Barrel.
1979/1980:
Die Islamische Revolution und der erste Golfkrieg waren maßgeblicher Auslöser der zweiten Ölkrise. Wieder wurde der Ölpreis getrieben und fand 1980 seinen Hochpunkt bei 36,83 Dollar, was inflationsbereinigt fast 93,08 Dollar pro Barrel entspricht.
1986:
Aufgrund von weltweiter Überproduktion an Rohöl und wettbewerbsbedingten Preissenkungen einiger OPEC-Länder halbierte sich der Preis für Rohöl: Im Jahresdurchschnitt bezahlte man für ein Barrel Rohöl 14,43 Dollar (inflationsbereinigt 27,22 Dollar).
1990:
Die Auswirkungen des Zweiten Golfkrieges führten zu Preissteigerungen. Durchschnittlich kostete ein Barrel Rohöl 23,73 Dollar (inflationsbereinigt 37,82 Dollar)
1997/1998:
Die Asienkrise sorgte für einen Rückgang der Nachfrage nach Erdöl. Das Barrel kostete nur noch 12,72 Dollar (inflationsbereinigt 16,69 Dollar). Nach der Krise wuchs wieder die Weltwirtschaft und damit die Nachfrage nach Erdöl.
Ende 20. Jahrhundert:
Der Ölpreis notierte bei knapp unter 20 Dollar pro Barrel. Die nominal hohen Preise für Rohöl lagen unter den inflationsbereinigten und somit realen Werten am Anfang des 20. Jahrhunderts und auch unter den Werten um 1860.
Anfang 21. Jahrhundert:
Mit dem Aufstieg Chinas zum zweitgrößten Ölverbraucher der Welt Anfang des 21. Jahrhunderts stieg die Nachfrage nach Erdöl rasant an. Während 2003 ein Barrel noch 28,83 Dollar kostete (inflationsbereinigt 32,51 Dollar), musste man schon ein Jahr später 53 Dollar bezahlen. Durch die Auswirkungen des Hurrikans Katrina auf die Ölförderung im Golf von Mexiko stieg 2005 der Erdölpreis auf runde 70 Dollar pro Barrel. Und die Steigerungen gingen immer weiter: allein im Jahr 2007 wurde der Ölpreis durch weltweit größeren Nachfrage und Verbrauch um 57% nach oben getrieben.
Am 10. März 2008 war Erdöl (absolut und auch zinsbereinigt) so teuer wie nie zuvor: 108 Dollar kostete ein Barrel und das war noch lange nicht das Ende dieser Preisrallye. Schon zwei Monate später wurden 120 Dollar erreicht, am 21.05.2008 dann 130 Dollar und am 26. Juni 2008 erreichte der Ölpreis schon die Marke von140 Dollar. Mit 145,29 Dollar pro Barrel erreichte der Ölpreis am 03.Juli 2008 sein Allzeithoch. Nur wenige Tage später, am 22. Juli 2008 wurde dann der bisherige Ölpreisrekord erreicht: 147,27 Dollar war im Tagesverlauf ein Barrel Öl wert.
(Quelle: Wikipedia)




