API-Zahlen können nicht überzeugen

Trotz des Hurrikans Harvey sind die API-Zahlen für Experten nicht klar richtungsweißend. Stattdessen stehen die Ölpreise zunehmend unter Druck.

07.09.2017 | Robby Erkmann

Die Rohölbestände haben Experten viel niedriger eingeschätzt, als nun durch das API bekanntgegeben wurde. Erwartet wurde ein Rückgang von 5,0 Mio. B/T, doch das API meldete nur einen Rückgang von 2,8 Mio. B/T. Die Bestandsabbauten bei den Produktvorräten waren ebenfalls nicht so hoch wie gedacht. Die Ausfälle der Raffinerien sorgten für weniger Rohstoffe wie Benzin. Doch die Benzinbestände sanken nur um 2,5 Mio. B/T, obwohl Experten mit 5,7 Mio. B/T gerechnet hatten.

Unterdessen sorgen Nachrichten aus Libyen für weiteren Preisdruck auf die Rohölpreise. Im August wurde die Rohölförderung am größten Ölfeld des Landes, dem Sharara-Ölfeld mehrmals eingestellt, weil Milizen die Pipeline zum Verladehafen blockierten. Die Produktion mussten auch die Ölfelder El-Pheel und Hamada einstellen. Laut neusten Berichten, hat sich die libysche Regierung mit den Milizen geeinigt und ein endgültiges Abkommen unterzeichnet. Daher kann die Rohölproduktion dauerhaft weiter ausgebaut werden, ohne erneute Rückschläge zu befürchten. Diese Entwicklung dürfte vor allem der OPEC zu schaffen machen. Denn das Ziel, die weltweiten Ölbestände auf das Niveau des 5-Jahresdurchschnitts zu senken, ist noch lange nicht erreicht.

Preis für WTI langfristig unter 50 US-Dollar

Der Präsident der Dalls Fed, Robert Kaplan sieht die Ölpreise für die nächsten drei bis fünf Jahre auf dem aktuellen Niveau. Laut Kaplan wird die Preisspanne zwischen 45 und 50 US-Dollar pro Barrel liegen. Dabei kann es zu einer kurzfristigen Über- oder Unterschreitung dieser Marke kommen. Grund für die Anpassung sei die Widerstandsfähigkeit der Schieferölindustrie und die Möglichkeit, kurzfristig Produktionssteigerungen vornehmen zu können.

Über Hurrikan Irma sagen aktuellen Wettermodelle, dass dieser nicht in den Golf von Mexiko eindringen wird. Damit ist die hiesige US-Rohölförderung weniger in Gefahr. Der Sturm soll laut den neusten Vorhersagen über die Ostküste Floridas hinwegziehen und diese Region am stärksten treffen. Bei Reuters wird prognostiziert, dass Irma in der Karibik Raffineriekapazitäten von etwa 250.000 B/T stilllegen könnte. Gleichzeitig sei es wahrscheinlich, dass der Golf von Mexiko verschont bleibe, doch kann der Verlauf bis jetzt noch nicht sicher eingeschätzt werden. Reuters meldet daher einen stützenden Effekt auf die Rohölkontrakte, doch für einen Anstieg über 50,00 US-Dollar reicht es bis jetzt nicht.

Der heutige durchschnittliche Heizölpreis bleibt bei über 56 Euro pro 100 Liter und liegt mit 56,33 Euro nochmal etwas höher als gestern. Die Rohölpreise können auch weiter zulegen. WTI befindet sich aktuell bei 49,29 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent notiert derzeit bei 54,54 US-Dollar pro Barrel. Beide Rohölwerte liegen damit über den Eröffnungskursen.

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