Attraktive Preise für Schieferölindustrie

Die höheren Rohölpreise machen tendenziell mehr US-Schieferölgebiete rentabel, die sonst nicht kostendeckend arbeiten können und daher kein Öl fördern.

02.11.2017 | Robby Erkmann

Dadurch kann die Rohölförderung in den USA in kurzer Zeit signifikant steigen. Vor dieser Entwicklung und den dadurch generierten höheren Ölangebot, könnten die Rohölpreise wieder fallen. Vor Produktionssteigerungen warnt aktuell auch Rob Haworth von der US Bank Wealth Management. Giovanni Staunovo von der UBS Bank rechnet damit, dass der Preis für Brent in der Spanne von 55 bis 60 US-Dollar bleiben wird, auch weil die Schieferölindustrie ihr Ölangebot sehr schnell ausweiten könnte. Die aktuelle hohe Preisdifferenz zwischen WTI und Brent von etwa 6 US-Dollar führt aktuell zu hohen Exporten der Sorte WTI. Daher sinken die US-Ölbestände schneller als gedacht. Der DOE-Bericht spricht von 2,133 Mio. B/T, die derzeit von den USA exportiert werden. Die Ausfuhren bleiben damit auf einem Rekordniveau. Die Kürzungen der OPEC entfalten ihre Wirkung nun auch auf dem US-Markt aus.

Die Suche nach neuen Ölfeldern in den USA wird zurzeit weniger intensiv betrieben, wenn man die Anzahl der aktiven Ölbohranlagen betrachtet. Das Jahreshoch lag bei 768 Anlagen im August und ist seitdem auf 737 Anlagen zurückgefallen, so die Daten von Baker Hughes. Das bedeutet einen Rückgang von ungefähr 4 Prozent. Trotzdem sollte man die Ölindustrie in den USA nicht unterschätzten, da es mehrere Tausend angebohrte, aber noch nicht vollends erschlossene Ölquellen gibt, die prinzipiell in Betrieb genommen werden könnten.

OPEC Ölproduktion weiter rückläufig

Zwar werden die Monatsberichte von der OPEC, EIA und IEA erst nächste oder übernächste Woche veröffentlicht, doch einige Analysten gehen von einer geringeren Ölproduktion aus, als im Vormonat. Reuters meldete, dass die Ölproduktion im Oktober um ca. 180.000 B/T auf 32,59 Mio. B/T gesunken ist. Die Nachrichtenagentur Bloomberg schätzt, dass 80.000 B/T weniger Rohöl gefördert wurden und geht von einer Gesamtmenge von 32,78 Mio. B/T aus. Die Quotentreue soll nach den neusten Bewertungen bei 92 Prozent liegen. Unterdessen wird seit Montag über die Pipeline aus der Region Kirkuk kein Rohöl mehr, an den Hafen von Ceyhan angeliefert. Damit reduzieren sich die Exportmengen um weitere 264.000 B/T, die die Pipeline zuletzt befördert hatte. Vor dem Konflikt zwischen Kurdistan und dem Irak wurden etwa 600.000 B/T Rohöl über diese Pipeline exportiert.

Die Rohölnotierungen können aufgrund der weiterhin knappen Versorgungslage, ihre Preisniveaus halten. Brent wird derzeit für 60,58 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Die Sorte WTI kostet am heutigen Morgen 54,31 US-Dollar pro Barrel. Mit einem Durchschnittspreis von 60,47 Euro pro 100 Liter, hat sich der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland weiter verteuert und bewegt sich in Richtung Jahreshoch, da bei 62,62 Euro pro 100 Liter liegt.

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation