Bestände auf Zwei-Jahrestief

Die Rohölaufbauten der letzten Jahre in den USA sind zunehmend abgebaut. Die Bestände sind so niedrig wie seit Oktober 2015 nicht mehr.

21.12.2017 | Robby Erkmann

Die gestrigen API-Zahlen werden von den DOE-Zahlen weitestgehend bestätigt. Das DOE meldete mit 6,5 Mio. B/T sogar einen höheren Rückgang der US-Rohölbestände, als das API. Unterstützt wurde dieser Effekt von einer höheren Raffinerieauslastung, die zum Jahresende üblich ist, um die Lagerbestände zu reduzieren. Gleichzeitig stiegen die Exporte um 0,772 Mio. B/T deutlich an. Der Importzuwachs betrug dagegen nur 0,471 Mio. B/T. Die höheren Exporte dürften die Folge des Ausfalls der Forties-Pipeline sein. Die höheren Importe ist auf die Wiederinbetriebnahme der Keystone-Pipeline zurückzuführen. Die Destillatbestände stiegen etwas unerwartet um 0,8 Mio. B/T, obwohl die Gesamtnachfrage um 0,640 auf 21,1 Mio. B/T zulegen konnte. Die US-Schieferölgebiete konnten ein Produktionszuwachs von 15.000 B/T erzielen und führen ihre Wachstumsausrichtung fort.

Insgesamt liegen die Rohölvorräte in den USA bei nur noch 436 Mio. Barrel, was den niedrigsten Stand seit Oktober 2015 bedeutet. Der Gesamteindruck ist daher bullish, auch wenn die Ölproduktion in den USA weiter steigt. Doch diese Entwicklung sollte der Markt mittlerweile eingepreist haben, da dies keine Überraschung ist. Die US-Ölförderung liegt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 1 Mio. B/T höher. Dieses Niveau wurde seit Anfang der 70er Jahre nicht mehr erreicht. Ein Grund für die stetige Ausweitung der Fördermengen in den USA ist die OPEC selbst, die mit den Förderkürzungen den Markt verknappt. Gleichzeitig profitiert die Schieferölindustrie von den höheren Preisen und einer vermehrten Nachfrage nach Öl.

Uneinigkeit zwischen OPEC und Analysten

Die Analysten der US Bank Goldman Sachs meldeten die letzten Tage, dass die OPEC ihre Zielsetzung mit den Förderkürzungen bereits Mitte 2018 erreichen wird. Damit würden die weltweiten Ölbestände auf den 5-Jahresdurchschnitt liegen, was das mit Beginn der Kürzungen das angestrebte Ziel war. Diese Einschätzung hat nun der saudische Ölminister widersprochen. Er geht nicht davon aus, dass die Bestände auf der Zielmarke liegen werden, wenn im Juni das Kartell das weitere Vorgehen bespricht. Das liegt daran, dass die Bestände, laut der Analyse der OPEC in der ersten Jahreshälfte nicht fallen werden und eventuell sogar leicht steigen könnten. Daher werde man noch eine deutliche Reduzierung der Bestände in der zweiten Jahreshälfte generieren müssen, was angesichts der dann starken Nachfrage nach Öl auch möglich sei.

Die kaum veränderte Lage am Ölmarkt lässt die Preise weiter auf dem aktuellen Niveau bleiben. Für diese Woche zeigt die Tendenz sogar nach oben. Maßgeblich dafür verantwortlich, dürfte der überraschende Ausfall der für die Sorte Brent wichtigen Forties Pipeline. Auf Wochensicht konnte Brent über einen US-Dollar zulegen und kostete heute Morgen 64,62 US-Dollar pro Barrel. Der Barrelpreis für WTI hat sich ebenfalls verteuert und liegt aktuell bei 58,15 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland beträgt am heutigen Tage 61,50 Euro pro 100 Liter.

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