Einbruch der Ölproduktion von Großbritannien

Die Abschaltung der Forties-Pipeline in der Nordsee trifft die Insel sehr hart, da es keine Ausweichrouten für den Rohöltransport gibt.

19.12.2017 | Robby Erkmann

Die IEA widmete in ihrem Monatsbericht dem Vorfall einer Begutachtung und kam zu dem Ergebnis, dass für Dezember die Ölproduktion des Vereinigten Königreichs um 300.000 B/T unter dem Normalwert liegen werde. Die Verladeprogramme zeigen den Betrieb von aktuell 8 Cargoes, doch normalerweise sind 21 Cargoes in Betrieb um das Rohöl der Sorte Forties zu verladen. Forties ist die Sorte, die den größten Mengenanteil in der Mischsorte Brent ausmacht. Brent ist gleichzeitig eine der weltweiten Leitsorten, neben der amerikanischen Sorte WTI. Die genaue Reparaturdauer kann weiterhin nicht genau abgeschätzt werden. Ineos, als Pipelinebetreiber sprach gestern weiterhin von einer Reparaturdauer von zwei bis vier Wochen. Ein Sprecher der Firma sagte zuletzt, dass der entdeckte Haarriss nicht größter geworden sei und bei einer Routinekontrolle entdeckt wurde. Bis jetzt laufe alles nach Plan, insofern sollte die Abschaltung nicht länger als angekündigt dauern.

Unterdessen wurde der Streik in Nigeria zwischen der Gewerkschaft der Öl- und Gasmitarbeiter und den Ölfirmen beendet. Die neusten Informationen von gestern Abend besagen, dass die zu Unrecht entlassenen Mitarbeiter wiedereingestellt wurden. Insofern gab es keinen Anlass mehr den Streik fortzuführen. Der Markt befürchtete schon, dass der Streik auf die produktiven Teile der Ölfirmen ausgeweitet werden könne und die nigerianischen Ölexporte einbrechen könnte.

Unerschlossene Ölquellen steigen weiter

Gestern wurde von der nur schwer vorhersagbaren Entwicklung der weltweiten Ölbestände berichtet. Ein Grund dafür war, die US-Schieferölindustrie und deren Wachstumspotential, das auch für Experten unberechenbar scheint. Nun gibt es Neuigkeiten, wie sich die Anzahl erschlossenen, aber noch nicht betriebsbereiten Ölquellen und den US-Schieferölgebieten entwickelt. Diese stiegen in November um 94 Stück an. Gleichzeitig wird damit ein neuer Rekordwert von 7.354 noch nicht vollends erschlossenen Ölquellen gemessen. Zum gleichen Vergleichszeitpunkt letzten Jahres, lag die Anzahl dieser Ölquellen bei 5.219 Stück. Damit wird das Produktions- und Förderpotential weiter ausgebaut, wenngleich die Erschließung neuer Quellen wohl ansteigen könnte. Im Monatsdurchschnitt wurden 157 Bohrlöcher angebohrt. Der November liegt daher deutlich unter dem Durchschnitt. Dies könnte ein Indiz sein, dass der Fokus nun mehr darauf ausgerichtet wird, die angebohrten Ölquellen vollends zu erschließen und förderfähig zu machen.

Die Ölpreise an den Börsen bleiben von der aktuellen Nachrichtenlage vorerst unbeeindruckt. Brent und WTI liegen in den Preisbereichen von gestern. WTI kostet augenblicklich 57,45 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent wird aktuell für 63,63 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Mit 61,28 Euro pro 100 Liter bleibt der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland fast genau auf dem Niveau von gestern.

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