Enttäuschende US-Bestandszahlen

Die fundamentale Nachrichtenlage wurde letzte Woche durch die wöchentlichen US-Zahlen zusätzlich, zu den Uneinigkeiten innerhalb der OPEC, belastet.

20.11.2017 | Robby Erkmann

Die Experten rechneten letzte Woche mit einem Rückgang der Rohölvorräte von 1,4 Mio. B/T. Das API gab dann Aufbauten von 6,5 Mio. B/T heraus und die DOE-Daten berechneten einen Anstieg von 1,9 Mio. B/T. Die Raffinerieauslastung liegt aktuell über dem Vorjahresniveau, doch die Rohölimporte liegen um 0,521 Mio. B/T über denen, der Vorwoche. Das erklärt auch den Anstieg bei den Rohölbeständen. Die Destillatbestände sind wie erwartet gesunken und übertrafen die Prognose der DOE-Zahlen um 0,3 Mio. B/T. Die Gesamtnachfrage ist wieder auf unter 20,0 Mio. B/T gesunken und beträgt derzeit 19,8 Mio. B/T. Der Rückgang machte sich letzte Woche auf die Benzinbestände bemerkbar, die infolgedessen zunahmen. Die US-Rohölförderung betrug letzte Woche 6,646 Mio. B/T und verzeichnet damit ein Rekordniveau. Ganzheitlich betrachtet sind die Zahlen neutral einzustufen, doch der Markt reagiert letzte Woche mit deutlichen Preisabschlägen. Es bedarf scheinbar, klarere Signale, damit die Rohölpreise ihr Preisniveau hätten halten können, auch wenn die Preise heute Morgen erstmal dagegenhalten können.

Saudi-Arabien bleibt fest entschlossen

Für Klarheit am weltweiten Ölmarkt will der saudische Energieminister beim OPEC-Treffen am 30. November sorgen, betonte dieser zuletzt am Rande des Klimagipfels in Bonn. Saudi-Arabien ist daher weiter die treibende Kraft, die hinter einer sehr frühen Verlängerung steht. Diesen Weg würden wohl auch alle weiteren Teilnehmer gehen, bis auf Russland, die aktuell weiterhin große Zweifel an der Sinnhaftigkeit hegen. Der saudische Energieminister betonte, dass die weltweiten Ölbestände bis zum Ende des laufenden Abkommens noch nicht das selbstgesetzte Ziel erreicht haben. Daher sei es fahrlässig, die Marktteilnehmer weiter im dunklen stehen zu lassen. Al-Falih wolle daher die russische Regierung in den nächsten zehn Tagen bei intensiven Gesprächen umstimmen, sodass die Ölnotierungen am 30. November, wie geplant durch eine erneute Verlängerung gestützt wird. Zwar wird die entschlossene Vorgehensweise positiv aufgenommen, doch stellen die Aussagen noch keine handfesten Ergebnisse dar. Kritisch sind auch einige Analysten, wie die von der amerikanischen Investmentbank Jefferies.

Der durchschnittliche Heizölpreis ist im Vergleich zu Freitag unverändert geblieben und beträgt heute 60,54 Euro pro 100 Liter. Die Rohölnotierungen liegen im Vergleich zu Freitag etwa einen US-Dollar höher und konnten, widererwarten einen deutlichen Sprung nach oben generieren. Ein Barrel WTI kostet im Augenblick 56,58 US-Dollar. Die Nordseesorte Brent kostet heute Morgen 62,54 US-Dollar pro Barrel. Beide Werte notieren etwas tiefer, als zu den Eröffnungskursen.

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