Europäischer Raum ist unwichtiger

Aktuell schaut der Markt wieder auf die wöchentlichen Bestandsdaten in den USA. Die Entwicklung im ARA-Raum ist scheinbar von nachrangiger Bedeutung.

16.11.2017 | Robby Erkmann

Genscape schätzt, dass die Rohölbestände im Raum Antwerpen-Rotterdam-Amsterdam letzte Woche um 2,9 Mio. Barrel zunahmen. Diese eindeutig bearishe Meldung hat bisher keinen Einfluss auf die Ölpreise an den Futuremärkten genommen. Die Händler blieben gestern sehr zurückhaltend und warteten wohl die DOE-Daten am heutigen Donnerstag ab. Die gestrigen API-Zahlen hingegen, wurden von den Experten falsch prognostiziert.

Ebenfalls bisher ohne größere Auswirkung sind die neusten Informationen zum Konflikt zwischen Kurdistan und dem Irak. Das Oberste Gericht Iraks hat am Dienstag entschieden, dass sich keine irakische Region vom Zentralstaat abspalten dürfe. Die kurdische Regionalregierung hatte daraufhin das Urteil anerkannt. Kurdistan ist der Ansicht, dass dieses Urteil ein Fundament ist, auf dem nun ein offener Dialog stattfinden kann, um alle Differenzen zwischen der kurdischen Region und den Zentralstaat zu beseitigen. Der irakische Premierminister mahnte indes, dass die Kontrollübergabe an die irakische Armee nicht unnötig hinausgezögert werden solle. Die irakischen Truppen werden die Kontrolle über die Grenzregion im Norden zurückerlangen, so der Premierminister weiter. Der Konflikt werde aber, so wie es aktuell scheint nicht weiter eskalieren. Daher dürften auch die Rohölexporte des Iraks, die aufgrund der Schließung der Pipeline zum Exporthafen nach Ceyhan ausfielen, demnächst wieder zunehmen.

Bearisher IEA-Ausblick

Der Monatsbericht der IEA ist eindeutig preismindernd und hat die Ölpreise nach unten gedrückt. Die Korrektur fällt aktuell noch etwas verhalten aus, da die Rohölpreise um etwa 1 bis 1,5 US-Dollar pro Barrel gesunken sind. Dass die Preise langfristig nicht oberhalb von 60 US-Dollar notieren können, überrascht nicht und war von viele Experten erwartet worden. Für 2018 rechnet die IEA mit einem weniger knappen Markt und nicht weiter sinkenden globalen Ölbestände. Das resultiert aus der Annahme, dass das Nachfragewachstum nur noch 1,3 Mio. B/T betragen soll. Gleichzeitig soll die Rohölförderung der Nicht-OPEC-Staaten um 1,4 Mio. B/T zulegen. Damit würde die vermehrte Nachfrage nach Rohöl von den Produzenten außerhalb des Kartells abgedeckt werden. Im ersten Quartal soll die Überversorgung 0,6 Mio. B/T betragen und im zweiten Quartal immer noch 0,2 Mio. B/T über der Nachfrage liegen. Die Ölpreise dürften damit weitere Aufwärtsbewegungen nicht vollziehen können und werden wahrscheinlich weiter fallen.

Die Notierungen der Rohölkurse sind heute Morgen etwas fester. WTI liegt heute Morgen bei 55,38 US-Dollar pro Barrel. Brent kostet pro Barrel aktuell 62,02 US-Dollar. Heizölkunden profitieren von den Abwärtsbewegungen der Ölpreise. Der durchschnittliche Heizölpreis beträgt heute 59,94 Euro pro 100 Liter.

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