Exit-Strategie der OPEC

Die Vereinigten Arabischen Emirate bringen einen möglichen Zeitpunkt ins Spiel, wo die OPEC den Ausstieg aus den Förderkürzungen präsentieren könnte.

13.12.2017 | Robby Erkmann

Der Energieminister Al-Mazrouei sprach dabei von Juni. Das ist der Zeitpunkt, den die OPEC beschlossen hat, um das neuerlich verlängerte Abkommen nochmals zu überprüfen. Der Energieminister hofft, dass sich die Situation am Ölmarkt weiter zugunsten des Kartells wandelt. Der Fortschritt aufgrund des Abkommens sei mittlerweile eindeutig spürbar und die Rohölbestände sind signifikant gesunken. Die Marktteilnehmer warten schon seit einiger Zeit auf einen Plan der OPEC, wie man den Ölmarkt auch ohne Förderkürzungen im Gleichgewicht halten kann. Daher werden wohl auch andere Staaten die VAE unterstützen. Außerdem sei das Nachfragewachstum weiter überaus erfreulich. Er stellte jedoch fest, dass es langfristig wichtig ist, schon heute wieder mehr Geld in die Ölindustrie zu investieren. Hier geht die US-Schieferölindustrie mit gutem Beispiel voran, sodass diese mehr und mehr auch bei niedrigen Preisen konkurrenzfähig bleibt. Kurzfristig erwartet die US-Bank Goldman Sachs einen Anstieg der US-Rohölförderung um 280.000 B/T im vierten Quartal.

Positiv hervorgehoben wurde im letzten Bericht, die weiterhin hohe Quotentreue der am OPEC-Abkommen beteiligten Staaten. Im abgelaufenen November sei die Quotentreue nochmals gestiegen und betrug 132 Prozent. Das wäre ein sehr deutlicher Anstieg, im Vergleich zum Oktoberwert von 104 Prozent. Den Trend bestätigen auch die Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters, die von einer reduzierten Ölförderung des Kartells von 80.000 und 300.000 B/T ausgehen. Genauere Zahlen wird diese Woche die Monatsreports liefern.

Ausfall der Forties Pipeline

Gestern wurde vom Betreiber der Forties Pipeline, deren Abschaltung gemeldet. Grund war das austreten von geringen Mengen Rohöl an einem Haarriss. Die Ölförderung in der Nordsee wird dadurch empfindlich beeinflusst. Die Reparaturzeit wurde auf zwei bis drei Wochen geschätzt, so der Betreiber Ineos. Rechtliche Verpflichtungen auf die betroffenen Rohöllieferungen bestehen nicht mehr, da ein Force Majeure erklärt wurde. JBC Energy schätzt, dass die Lieferausfälle der Forties Sorte noch für Auswirkungen im Januar sorgen wird. Immerhin sollte die Pipeline im Dezember 406.000 B/T transportieren, die nun nicht zu Verfügung stehen, da es keine andere Transportmöglichkeit gibt. Die Preisdifferenz von der Nordseesorte Brent gegenüber WTI ist dadurch zwischenzeitlich noch größer geworden und betrug 7 US-Dollar. Letzte Woche lag die Differenz noch bei etwa 5 US-Dollar pro Barrel.

Der Preis an den Ölbörsen für WTI ist im Vergleich zu gestern etwas gesunken und liegt derzeitig bei 57,52 US-Dollar pro Barrel. Ebenfalls gesunken ist die Notierung für Brent. Im Augenblick kostet ein Barrel Brent 63,86 US-Dollar. Der durchschnittliche Heizölpreis beträgt heute 62,76 Euro pro 100 Liter.

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