Fitch Rating erwartet Preisrutsch

Unzufrieden mit den Ölpreisen sind die OPEC und Russland, da diese einen starken Produktionsausbau der Förderkapazitäten in anderen Ländern befürchten.

15.11.2017 | Robby Erkmann

Über demnächst fallende Kurse an den Ölbörsen wird von vielen Experten ausgegangen, nur sind diese bisher ausgeblieben. Allen voran die USA haben enormes Potential, durch ihre Schieferölreserven. Neuerdings schätzen auch die Analysten der Ratingagentur Fitch, dass die Preise deutlich fallen werden. Der Durchschnittspreis für Rohöl soll 2018, nicht viel von den Durchschnittspreis 2017 abweichen, so die Analysten. Dass die Preise für Brent dauerhaft über 60 US-Dollar notieren, ist sehr unwahrscheinlich. Der bisherige Durchschnittspreis für Brent lag bei 54,50 US-Dollar pro Barrel. Daher wird das Preisniveau von aktuell etwa 63 US-Dollar, als zu hoch eingeschätzt.

Eine weitere Überraschung hatte der aktuelle Monatsbericht der IEA. Der IEA-Direktor Fatih Birol erwähnte, dass die Ölproduktion in den USA bis zum Jahr 2030 auf etwa 17 Mio. B/T ansteigen könnte. Das ist fast eine Verdreifachung, wenn man die aktuelle Förderung von etwa 6,17 Mio. B/T zugrunde legt. Die USA werde, so Birol in den nächsten zehn Jahren für 80 Prozent der weltweiten Produktionszuwächse verantwortlich sein. Damit wäre die USA der mit Abstand größte Ölproduzent der Welt. Für nächstes Jahr soll die Rohölförderung der Nicht-OPEC-Länder um 1,4 Mio. B/T steigen. Der IEA-Monatsbericht

Russland widererwarten skeptisch

In den vergangenen Wochen waren aus russischen Kreisen und Informationsquellen durchgängig positive Zeichen gemeldet, die für eine Verlängerung der OPEC-Förderkürzungen sprachen. Im letzten Monat sprach sich für eine Beteiligung an einer Verlängerung sogar Präsident Putin aus. Doch die letzten Zweifel konnte die OPEC in Russland noch nicht beseitigen. Vollkommen offen ist demnach noch, ob Russland überhaupt einer Verlängerung am 30. November in Wien zustimmen werde. Die Russen sehen den Zeitpunkt als zu früh an. Die Chefs der großen russischen Ölfirmen sind unterschiedlicher Meinungen. Der Vorstandsvorsitzende von Lukoil sagte letzten Monat, die Kürzungen sollen auslaufen, sofern die Rohölpreise 60 US-Dollar erreichen. Diesen Wert kann die Sorte Brent seit mittlerweile fast drei Wochen halten. Der Vorstandsvorsitzende von Rosneft warnte unterdessen, dass die hohen Preise die US-Schieferölförderung beflügeln, die damit den Aufwärtsschub und die Senkung der weltweiten Ölbestände gefährde. Eine Verlängerung ist demnach noch nicht vollends sicher, weil das oft der Tenor war, den die Marktteilnehmer bereits eingepreist hatten.

Für Deutschland sinkt der durchschnittliche Heizölpreis leicht und liegt heute bei 61,24 Euro pro 100 Liter. Für die Rohölpreise bleiben heute Morgen größere Kursschwankungen bisher aus. Brent liegt weiterhin deutlich über der 60 US-Dollar Marke und kostet aktuell 61,42 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte WTI liegt heute Früh bei 55,07 US-Dollar pro Barrel.

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