Genaue Auswirkungen von Irma ungewiss

Der Hurrikan Irma hat Florida enorm getroffen. Wie stark die Nachfrage nach Öl dadurch einbricht, kann von Experten bis jetzt nicht eingeschätzt werden.

12.09.2017 | Robby Erkmann

Auf die Ölförderung hat Hurrikan Irma, im Gegensatz zu Hurrikan Harvey keinen Einfluss, weil die Fördergebiete im Golf von Mexiko nicht getroffen wurden. Harry Tchilinguirian von der BNP Paribas sagt, dass der Markt das Ausmaß von Hurrikan Harvey auf die Raffinerieverarbeitung noch nicht abschätzen kann. Im gleichen Zeitraum hat nun Irma die Nachfrage nach Öl getroffen, indem das öffentliche Leben in großen Teilen des Bundesstaates zum Erliegen gekommen ist. Florida ist ein verbrauchsintensiver Bundessstaat, weshalb Tchilinguirian den Markt sehr volatil einschätzt. Harvey hat demnach die Produktionsseite des Marktes getroffen und für eine Verknappung gesorgt und damit für steigende Preise. Irma dagegen, hat die Nachfrageseite getroffen, die nun abnimmt und für günstigere Preise steht. Analyst Bob Yawger von Mizuho Securities setzt aktuell nicht auf steigende Preise, weil das Ausmaß auf die Ölpreise durch Irma noch nicht abgeschätzt werden kann, so der Analyst.

Am Montag gingen die Notierungen an den Futurebörsen nach unten, wodurch technische Verkäufe ausgelöst wurden. Doch die wichtigen Unterstützungslinien des GD 7 bei Brent und des GD 21 bei WTI wurden nicht durchbrochen. Der Markt wird diese Woche schwer einzuschätzen sein und es kann zu größeren Kursausschlägen kommen.

Nordkorea ohne neue Provokationen

Am Wochenende hat Nordkorea die Gründung der Demokratischen Volksrepublik Korea gefeiert. In der Vergangenheit kam es an diesen Tag oft zu Raketentest, die diesmal ausgeblieben sind. Für den Dollar und die Aktienmärkte war dies eine stützende Nachricht.

Die UN hat unterdessen auf Verlangen der USA, am gestrigen Tage über neue Sanktionen gegen Nordkorea abgestimmt. Der UNO-Sicherheitsrat wird kein komplettes Ölembargo gegen Nordkorea veranlassen. Der Entwurf wurde kurz vor der Abstimmung deutlich abgeschwächt. Sodass Öllieferungen ab dem 1. Oktober für drei Monate auf 500.000 Barrel begrenzt wurden. Für das Jahr 2018 wurden die Ölimporte auf zwei Millionen Barrel beschränkt. Auf das Einfrieren aller ausländischer Vermögen des Machthabers Kim Jong Un wurde ebenfalls verzichtet. Vermutet wird, dass die Vetomächte China und Russland den Entwurf blockiert haben, weshalb viele Änderungen vorgenommen werden mussten.

Der durchschnittliche Heizölpreis verzeichnet für den heutigen Tag einen Rückgang auf 56,14 Euro pro 100 Liter. Gestern lag dieser Preis noch bei über 57 Euro. Ebenfalls unter Druck stehen die heutigen Rohölnotierungen. WTI und Brent liegen heute Morgen jeweils im Minus. WTI notiert aktuell bei 47,96 US-Dollar pro Barrel. Brent wird derweil für 53,71 US-Dollar pro Barrel gehandelt.

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