Gute Neuigkeiten vom Nordseegrund

War die Reparaturdauer der Forties-Pipeline bisher nur auf zwei bis vier Wochen abschätzbar, so werden die Arbeiten wohl in den nächsten Tagen beendet.

22.12.2017 | Robby Erkmann

Der Betreiber teilte am Donnerstag mit, dass die Reparaturen wohl über die Weihnachtstage abgeschlossen werden könnten. Ineos als Betreiber werde den Betrieb dann erst testen, sodass die beförderten Mengen an Gas und Öl sehr gering sein werden. Der Normalbetrieb sei dann frühestens für Anfang Januar geplant. Solange müsse noch mit erheblichen Einbußen bei der Nutzung der Pipeline gerechnet werden. Die Normalkapazität der Forties-Pipeline liegt bei etwa 450.000. B/T und ist seit dem 11. Dezember Außerbetrieb, da ein Haarriss während einer Routinekontrolle entdeckt wurde. Damit würde der vorhergesagte Ausfallzeitrum nicht überschritten werden, sofern keine Probleme auftauchen, so der Betreiber. Daher ist der bullishe Effekt des Ausfalls an den Börsen noch nicht verflogen. Zwar könne die geplante Inbetriebnahme, die Ölpreise unter Druck setzen, doch ein Restart kann auch immer Probleme mit sich bringen, so Analyst Ric Navy. Insofern erwartet der Markt wieder einen überversorgten Markt, sodass Gewinnmitnahmen zwischen den Feiertagen möglich sind.

Vor dem langen Weihnachtswochenende hat sich an den Ölpreisen wenig geändert. Brent liegt weiterhin nahe der 65 US-Dollar und kostet heute Morgen 64,75 US-Dollar pro Barrel. Die amerikanische Sorte WTI kostet im Augenblick 58,12 US-Dollar pro Barrel und verharrt ebenfalls auf ihrem Niveau. Damit bleibt auch der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland fast unverändert und liegt bei 61,46 Euro pro 100 Liter.

Verschiebung von Wartungsarbeiten

Die Nachfrage nach Rohöl ist in den ersten beiden Quartelen des Jahres gewohnheitsmäßig sehr gering. Das liegt zum einen daran, dass die Raffinerien Wartungsarbeiten an ihren Anlagen durchführen. Andererseits ist die Nachfrage geringer, als in den Sommermonaten, durch vermehrte Urlaubsfahrten und einen höheren Energiebedarf. Nun kündigten einige Raffineriebetreiber an, ihre Wartungsarbeiten zu verschieben oder auszusetzen. Damit könnte die Rohölnachfrage in der ersten Jahreshälfte ungewöhnlich hoch sein. Energy Aspects schätzt, dass für Januar und Februar, dass etwa 35 Prozent weniger rohölverarbeitende Anlagen abgeschaltet werden. Im März soll dieser Wert dann auf 55 Prozent ansteigen.

Vor einigen Monaten schätzte man die Wartungsquoten der Raffinerien für die erste Jahreshälfte 2018 höher ein. Das lag vor allem daran, dass Hurrikan Harvey dafür sorgte, dass Wartungsarbeiten im Herbst verschoben werden musste, sodass Experten davon ausgingen, dass diese Anfang 2018 nachgeholt werden. Insofern haben nun die Betreiber von Raffinerien zur Benzinproduktion ihre Wartungszyklen ebenfalls verschoben. Damit dürften die Benzinbestände in den USA deutlich wachsen, da die Nachfrage für gewöhnlich sehr gering sein wird. Gleichzeitig werde dann auch mehr Rohöl verbraucht, was prinzipiell Abbauten bei den Rohölvorräten begünstigt. Inwiefern diese ungewöhnliche Situation die Preise beeinflusst, kann aktuell nicht abgeschätzt werden.

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