Hürden für 60 US-Dollar Marke nicht zu groß

Der Konflikt um Kurdistan und Irak bleibt ungelöst und auch die Spannungen zum Atomabkommen des Iran halten an. Diese Woche sind neue Impulse möglich.

30.10.2017 | Robby Erkmann

Ende letzter Woche sorgten noch Gewinnmitnahmen der Börsenhändler für Druck auf die Ölpreise. Dennoch legte der Kurs für die Nordseesorte Brent am Freitag einen Schlussspurt hin und ging mit 60,50 US-Dollar pro Barrel ins Wochenende. Genau in einem Monat, am 30. November kommen die OPEC-Mitglieder zur Vollversammlung in Wien zusammen und beraten über neue Förderkürzungen, die über den März 2018 reichen sollen. Dafür findet am Donnerstag, den 02. November ein Treffen zwischen dem russischen und saudischen Energieministern statt. Nowak und al-Falih werden aller Wahrscheinlichkeit nach intensiv über die mögliche Weiterführung der OPEC-Förderkürzungen sprechen. Sofern sich die beiden Schwergewichte unter den Ölförderstaaten einig sind, gilt es oft als sicher, dass die anderen Staaten mitziehen werden. Saudi-Arabien hatte sich im Zuge des Abkommens verpflichtet 486.000 B/T weniger Rohöl zu fördern. Russland als Nicht-OPEC-Staat gab seinerzeit die Zusage, die eigene Rohölförderung um 300.000 B/T zu reduzieren. Beide Staaten sind so für fast die Hälfte, der aktuellen Förderreduzierungen verantwortlich. Sollte die fundamental stützenden Meldungen anhalten, ist es möglich, dass Brent vorerst die 60 US-Dollar Marke verteidigen kann.

Kontinuität zahlt sich aus

Eine Verlängerung der Förderkürzungen im Mai dieses Jahres war zu Anfangs nicht einmal sicher, da die erhoffte Preisrallye an den Ölmärkten ausblieb. Dennoch fand eine Verlängerung mehr und mehr Befürworter, sodass es überraschenderweise bis März 2018 verlängert wurde. Diese sehr langfristige Entscheidung zahlt sich nun aus. Die weltweiten Ölbestände haben sich signifikant verringert und sind weiter rückläufig. Der Trend einer höheren Ölnachfrage kommt der OPEC dabei zu Gute, weil die Bestände so schneller aufgebraucht werden. In den USA sind die Ölbestände letzte Woche auf ein 2-Jahrestief gefallen. Weil der Ölmarkt zunehmend in ein Gleichgewicht zurückkehrt, wirken sich geopolitische Spannungen stärker auf die Preise aus. Zusätzliche Einbußen bei der Rohölförderung würde zu einer starken Unterversorgung führen, sodass die Preise viel bullisher reagieren.

Somit gelang es der Nordseesorte Brent, erstmals seit zwei Jahren mehr als 60 US-Dollar pro Barrel zu kosten. Die Preisdifferenz gegenüber der amerikanischen Sorte WTI ist mit etwa 6,50 US-Dollar pro Barrel weiterhin sehr groß. Das liegt an der weiterhin starken Schieferölindustrie. Die Sorte Brent reagiert hingegen vor allem auf Ereignisse aus dem Nahen Osten, der durch zahlrieche Konflikte die Preise nach oben schraubt. Nichtsdestotrotz kann es aufgrund der aktuellen Preiskonstellation zu Preiskorrekturen und Gewinnmitnahmen, sowie einem rasanten Ausbau der Schieferölfördermengen kommen.

Der Preis für WTI liegt heute Morgen bei 54,04 US-Dollar pro Barrel und auch die Nordseesorte Brent bleibt preislich stabil. Ein Barrel der Sorte Brent kostet aktuell 60,72 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland machte über das Wochenende einen erheblichen Sprung und notiert heute bei 59,45 Euro pro 100 Liter. Der Markt könnte potentiale enthalten, die den Durchschnittspreis diesmal über die 60 Euro Marke heben.

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