Indirekte Beeinflussung durch Russland

Rosneft, der russische Mineralölstaatskonzern schaltet sich in den Konflikt um die Region Kurdistan ein, indem der Konzern viel Geld investieren will.

23.10.2017 | Robby Erkmann

Demnach will der Ölkonzern einen Anteil von 60 Prozent an der Kirkuk-Ceyhan Pipeline erwerben. Aktuell wird die Pipeline von der KAR Group betrieben. Vertreter der Industrie hoffen dadurch, dass sich die Sicherheitslage in der Region verbessert. Die militärischen Eingriffe der Zentralregierung in Bagdad wurden bisher nahezu ohne Widerstand zugelassen, sodass die kurdischen Peshmergakämpfer die Ölregionen in Kirkuk kampflos aufgaben. Eine diplomatische Lösung bleibt damit möglich. Dazu hatte nun auch der Vorstandsvorsitzende Sechin von Rosneft aufgerufen. Er forderte die Regionalregierung in Kurdistan und die Zentralregierung in Bagdad dazu auf, den Streit zu beenden. Laut Insidern, will Rosneft rund 1,8 Milliarden US-Dollar in die Pipeline investieren und die Kapazität auf 950.000 B/T steigern. Zudem sollen 400 Millionen US-Dollar in fünf neue Erdölförderprojekte fließen. Der zu 70 Prozent dem russischen Staate gehörende Konzern, wird sicherlich die Gemüter in der Region beruhigen wollen, damit die Investitionen lohnenswert sind. Damit könnte nun auch der russische Präsident Putin ein Interesse haben, dass der Konflikt nicht vollends eskaliert. Der kurdische Minister für Bodenschätze warb zuletzt auf einer Industriekonferenz dafür, Kurdistan nicht zu vergessen. Damit wären wohl weitere Investoren in die hiesige Ölindustrie durchaus willkommen.

Rückgang bei aktiven Ölbohranlagen

Die Anzahl der in den USA aktiven Ölbohranlagen ist erneut gesunken. Im Vergleich zur Vorwoche fiel die Anzahl letzte Woche um 7 auf 736 aktiven Ölbohranlagen. Damit liegt der Wert auf den niedrigsten Stand seit Anfang Juni. Doch die Anzahl vorhandenen angebohrten und noch nicht erschlossenen Ölquellen bleibt konstant hoch. Die Eigentümer dieser Anlagen warten lediglich auf weitere Preisanstiege, um mit der Förderung zu beginnen. Die USA bleiben damit in der Lage, die Aufwärtspotentiale an den Ölbörsen stark zu begrenzen. Ansonsten bleibt die Nachrichtenlage eine Woche vor dem OPEC-Treffen in Wien relativ überschaubar.

Die Rohölpreise können das aktuelle Preisniveau halten. Preise oberhalb von 52 US-Dollar pro Barrel WTI sind aktuell nur schwer realisierbar. WTI wird heute Morgen für 52,23 US-Dollar gehandelt und legte damit um 1,1 Prozent zu. Die Nordseesorte Brent ist nahezu unverändert und notiert im Augenblick bei 57,96 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis bewegt sich weiterhin in der Spanne von 56-59 Euro pro 100 Liter. Am heutigen Tage liegt der Durchschnittspreis für Heizöl bei 57,60 Euro pro 100 Liter.

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