Irak als großer Unsicherheitsfaktor

Der Irak stellt aktuell die größte Gefahr für eine Verlängerung dar, weil die Produktionskürzungen der OPEC einstimmig beschlossen werden müssen.

23.05.2017 | Robby Erkmann

Innerhalb der OPEC ist der Irak als zweitgrößter Ölproduzent ein Schwergewicht. Nun wurde kürzlich vermeldet, dass der Irak nur eine Produktionskürzung von sechs Monaten unterstützen werde. In den letzten Tagen hatte sich der Markt, nach Äußerungen von Saudi-Arabien und Russland auf eine Ausweitung von neun Monaten eingestellt. Daher kann auch die Verlängerung der Förderkürzungen am Donnerstag die Händler enttäuschen und die Ölpreise auf Talfahrt schicken. Der aktuelle OPEC-Deal sah vor, dass der Irak 210.000 B/T vom Markt nehmen musste. Die Quotentreue lag nach dem ersten Quartal bei 62 Prozent. Der Irak nutzte mit Beginn der Wartungsarbeiten der Raffinerien die Chance, durch die verursachte Produktionsausfälle die Quotentreue auf 210.000 B/T zu erhöhen. Doch auch das gelang nicht vollends, sodass im April eine Quotentreue von 90 Prozent vermeldet wurde. Der Irak ist extrem Abhängig von hohen Ölexporten und die damit einhergehenden Erlöse. Durch die jahrelangen Kämpfe gegen den Terrorismus wurde der Staatshaushalt stark gebeutelt. Infolgedessen häufte der Irak enorme Schulden an, die nun bedient werden müssen, was ohne die Erlöse aus dem Ölgeschäft nicht funktionieren würde. Daher ist es wahrscheinlich, dass der Irak sich auch gegen eine Erhöhung der Produktionskürzungen stellen wird. Zur Beruhigung und Sondierung der Lage, ist der saudische Ölminister gestern nach Bagdad geflogen.

US Regierung will Ölreserven Verkaufen

US Präsident Trump will durch den Verkauf von strategischen Reserven einen Teil seiner Reformen finanzieren und erhofft sich daraus Erlöse von 16,5 Mrd. US-Dollar. Doch die Mindestreserven sind für alle IEA Mitglieder vorgeschrieben und dürfen nicht unterschritten werden, damit Versorgungsprobleme im Notfall aufgefangen werden können. Diese Mindestreserven können nur mit Zustimmung der IEA verkauft werden. Über alle Reserven die über den Mindestreserven vorgehalten werden, kann das jeweilige Land frei verfügen. Die USA haben 688. Mio. Barrel Ölreserven eingelagert und liegen damit deutlich über den Mindestanforderungen. Kurzfristig wird der Verkauf die Preisbildung nicht beeinflussen. Ein Verkauf der Ölreserven soll erst ab dem dritten Quartal 2018 erfolgen und auf ungefähr 10 Jahre gestreckt werden. Dies entspräche dann einer Verkaufsmenge von 0,1 Mio. B/T oder 2,9 Mio. Barrel pro Monat.

Der heutige durchschnittliche Heizölpreis hat sich zum Vortag um 35 Cent verteuert und liegt nun bei 56,37 Euro pro 100 Liter. WTI ist heute Vormittag fast unverändert und notiert derzeit bei 50,82 US-Dollar pro Barrel. Brent steht derzeit bei 53,51 US-Dollar pro Barrel und liegt 0,4 Prozent unter dem Vortagesschlusskurs.

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