Iran befürwortet Verlängerung

Der oftmals als Unsicherheitsfaktor gehandelte Iran, stellt sich auf die Seite der Staaten, die eine Verlängerung der Förderkürzungen befürworten.

19.10.2017 | Robby Erkmann

Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Der Iran hielt sich gerne mit Aussagen gegenüber Dritten bedeckt, inwiefern man zum Thema der OPEC-Förderkürzungen steht. Meist erst sehr kurzfristig wurde dann endgültig bekanntgegeben, ob man den gemeinsamen Weg weitergeht. Diesmal scheint es anders zu sein. Der stellvertretende Ölminister Irans gab am Dienstag bekannt, dass der Iran eine Verlängerung der Förderkürzungen über März 2018 unterstützen werde. Damit wäre ein Unsicherheitsfaktor weniger vorhanden. Denn eine einstimmige Abstimmung, der am 30. November stattfindenden Vollversammlung ist notwendig, um die Produktionskürzungen zu verlängern. Außerdem nahm der Iran Stellung zur aktuellen Konfrontationspolitik von Donald Trump. Der geistige Führer Ajatollah Ali Khameinei erklärte, dass man das Atomabkommen nicht aufkündigen werde. Doch sollte der US-Präsident das Abkommen beenden, so werde der Iran das Abkommen ebenfalls missachten. Ein endgültiger Ausgang der Drohgebärden ist bisher nicht abzuschätzen, sodass die Entwicklung weiter beobachtet werden muss.

Der Vorstandsvorsitzende des französischen Ölunternehmens Total gab auf der Oil and Money Konferenz in London ein Statement zur aktuellen Marktlage ab. Laut Patrick Pouyanné sei der Markt auf dem Weg zurück zu einem Gleichgewicht. Doch das Abkommen der OPEC und anderen Produzenten müsse mindestens zwei Jahre eingehalten werden. Eine drei bis vier jährige Überversorgung des Marktes, könne laut Pouyanné, nicht innerhalb einer so kurzen Zeit Rückgängig gemacht werden. Er schätzt, dass es ab 2020 zu Angebotsengpässen kommen kann. Für das nächste Jahr schätzt er das Ölnachfragewachstum auf maximal 1,6 Mio. B/T.

US-Rohölbestände weiter von Hurrikan-Saison betroffen

Durch den Hurrikan Nate drosselten einige Raffinerien ihre Produktion, weshalb die Raffinerieauslastung abnahm. Doch die Rohölbestände nahmen, trotz einer geringeren Nachfrage deutlich ab. Die Erwartung von Abbauten über 3,2 Mio. B/T wurden laut API und DOE deutlich übertroffen. Da Hurrikan Nate durch den Golf von Mexiko zog, kam es hier zu einem Produktionsrückgang von 1,074 auf 8,4 Mio. B/T. Der große Preisunterschied zwischen WTI zu Brent wird von Trader weiterhin genutzt, um die Sorte WTI vermehrt zu exportieren. Mit Exporten von 1,8 Mio. B/T, ist dies der zweitgrößte Wert, seit Aufzeichnung der Daten. Obwohl die Raffinerieauslastung sank, wurden bei den Produkten einheitlich Aufbauten gemeldet. Somit erhärtet sich der Trend, dass die Nachfrage nach Ölprodukten weiter nachlässt. Dieses Bild stützt auch die Gesamtnachfrage, die um weitere 0,6 auf 19,1 Mio. B/T abfiel. Wegen der Auswirkungen der Hurrikan-Saison sind die Abbauten bei Rohöl und die geringere Produktion keine stützenden Faktoren. Der Bericht ist durch die Aufbauten bei den Beständen und einer sinkenden Nachfrage klar bearish zu interpretieren.

Der durchschnittliche Heizölpreis bleibt infolge der Nachrichtenlage nahezu konstant. Heute liegt der Heizölpreis im Durchschnitt bei 58,33 Euro pro 100 Liter. Die Rohölkurse an den Börsen sind heute Früh ebenfalls etwas tiefer, als zu Handelsbeginn. WTI wird derzeit für 51,91 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Brent liegt bei einem Preis von 58,01 US-Dollar pro Barrel.

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