Jahresendrallye bei WTI möglich

Die aktuelle Lage am Ölmarkt könnte die Rohölpreise für WTI noch auf etwa 55 US-Dollar pro Barrel klettern lassen. Dabei sind Rückschläge möglich.

18.09.2017 | Robby Erkmann

Eine Rallye bis auf 60 US-Dollar pro Barrel ist zwar nicht zu erwarten, doch 55 US-Dollar pro Barrel WTI wären ein Erfolg für das OPEC-Kartell. Die fundamentalen Rahmenbedingungen, durch die Hurrikan-Saison in den USA und der Nordkorea-Konflikt begünstigen aktuell die Preisbildung an den Ölbörsen. Der Analyst Barnabas Gan von OCBC bezieht sich bei seiner Preisvorhersage von 55 US-Dollar, auf die aktuellen Monatsreports von IEA und OPEC, sowie die US-Ölbestandsdaten. Die Marktteilnehmer müssten aber mit Gewinnmitnahmen rechnen, da der Preisanstieg zuletzt sehr extrem war. Eine höhere Marke als die 55 US-Dollar pro Barrel WTI sind aufgrund der Schieferölindustrie in den USA weiterhin nicht möglich. Steigen die Preise zu hoch, lässt das die US-Schieferölindustrie enorm Wachsen, sodass das Angebot an Rohöl zunimmt und die Preise senkt. Hinzu kommt die Methode des Hedging, die verstärkt betrieben wird. Hier wird das in Zukunft geförderte Rohöl von Projekten, zu den aktuellen hohen Preisen verkauft, sodass die Förderung von teureren Rohölvorkommen auch bei niedrigeren Preisen am Markt rentabel wird.

Morgan Stanley schätzt den Ölmarkt 2018 wesentlich weicher ein, als aktuell. Grund ist, dass das OPEC-Förderabkommen, auch wenn es nochmals verlängert werden sollte, wohl auslaufen wird. Wie der Markt reagiert und wie eine EXIT-Strategie aussehen kann, ist bis jetzt nicht erarbeitet. Gleichzeitig hat die US-Schieferölindustrie für 2018 enormes Wachstumspotential, auch wenn die Anzahl der Ölbohranlagen derzeit nicht ausgebaut wird. Daher kann der Markt 2018 durchaus wieder überversorgt sein, so die Experten von Morgan Stanley.

US-Ölindustrie auf dem Weg der Erholung

Die in Texas von Hurrikan Harvey zerstörten oder abgeschalteten Raffinerien werden nach und nach wieder in Betrieb genommen. Die neuste Meldung berichtet, dass der Betrieb der Shell-Raffinerie in Deer Park Texas wieder gestartet wurde. Die dortige Anlage hat eine Kapazität von 325.700 B/T. Zu Beginn wird jedoch erst 270.000 B/T Rohöl verarbeitet, um Komplikationen beim Hochfahren der Anlage zu reduzieren. Die Inbetriebnahme sollte bereits am Montag erfolgen, scheiterte jedoch. Die WTI-Kontrakte werden dadurch gestützt. Neue technische Indikatoren, die die Rohölfutures stützen gibt es keine.

Der heutige durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist im Vergleich zu Freitag leicht gesunken, liegt mit 57,07 Euro pro 100 Liter, noch immer über 57 Euro. Die Rohölnotierungen an den Börsen sind heute Früh erneut fester. WTI steht 0,5 Prozent höher, als zu den Eröffnungskursen und liegt bei 50,08 US-Dollar pro Barrel. Brent notiert ebenfalls etwas fester und wird derzeit für 55,59 US-Dollar pro Barrel gehandelt.

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