Keine Kursrallye in Sichtweite

Die Ölpreise reagieren auf preismindernde Nachrichten sehr sensibel mit Kursabschlägen. Daher sucht vor allem die OPEC nach preisstützende Argumente.

11.07.2017 | Robby Erkmann

Als neuer Lichtblick für eine mittelfristige Stabilisierung der Rohölpreise will die OPEC nun Libyen und Nigeria an der kurzen Leine legen. Diese beiden OPEC-Staaten sind seinerzeit vom OPEC-Förderabkommen ausgeschlossen worden, weil die dortige Ölproduktion in den letzten Jahren durch politische Unruhen stark zurückgegangen ist. Mittlerweile hat sich die Lage in Libyen und Nigeria wieder stabilisiert, sodass in den letzten Monaten die Rohölförderung stark zugenommen hat, ohne dass die Fördermengen einer Begrenzung durch das OPEC-Abkommen unterliegen. Beide Staaten wurden nach St. Petersburg eingeladen, um die Länder aufzufordern den Ausbau der Ölproduktion zu begrenzen, sofern die heimische Ölindustrie stabil bleibt, so der Ölminister Kuwaits. Ausgeschlossen werde weiterhin eine stärkere Kürzungsquote der anderen OPEC-Mitglieder.

Dabei wird es höchstwahrscheinlich nicht zu einer Kürzung der Fördermengen für Libyen und Nigeria kommen, denn diese Art von Beschlüssen müssen stets einstimmig befürwortet werden. Das heißt, Libyen und Nigeria müssten dieser Maßnahme zustimmen, um sich selbst an die kurze Leine zu legen. Libyen und Nigeria planen weiterhin ihre Rohölförderung auszubauen. Libyen fördert aktuell etwa 1,0 Mio. B/T und avisiert einen Ausbau der Produktion auf 1,3 Mio. B/T an, sodass noch 300.000 B/T hinzukommen würde, sollte das Ziel erreicht werden. Ähnliches gilt für Nigeria. Dort wird aktuell ungefähr 1,5 Mio. B/T Rohöl gefördert. Nigeria plant den Ausbau der Fördermengen bis 1,8 Mio. B/T, zumal dieser Wert in der Vergangenheit von der OPEC genehmigt wurde.

Eine schnelle Einigung mit einem stützenden Ergebnis für die Rohölpreise dürfte daher nicht erwartet werden. Beide Länder haben noch Potential die Produktionsmengen um insgesamt 600.000 B/T zu steigern und können damit die Förderkürzungen der anderen OPEC-Mitglieder noch stärker untergraben.

Saudi Aramco warnt vor Langfristfolgen

Amin Nasser, der Vorsitzende des Vorstandes des staatlichen Ölkonzerns Saudi Armco sieht langfristig enorme Probleme auf das Ölangebot zukommen. Der seit vielen Jahren sehr niedrige Ölpreisniveau zwingt viele Firmen der Ölbranche dazu, ihre Ausgaben für Forschung, Entwicklung und Exploration für geplante oder neue Projekte enorm zu kürzen oder gar zu stoppen. Diese Entwicklung äußert ihre Auswirkungen erst langfristig. Demnach wird in Zukunft viel weniger Öl gefördert werden können als bisher angenommen. Die Schieferölindustrie sei nicht in der Lage dieses Missverhältnis auszugleichen, laut Amin Nasser auf dem World Petroleum Congress. Deswegen wird Saudi Aramco die Investitionssumme von 300 Milliarden US-Dollar für Forschung, Entwicklung und Exploration für die nächsten 10 Jahre nicht verringern und an dem Plan festhalten, laut Nasser.

Der heutige Durchschnittspreis für Heizöl liegt bei 51,36 Euro pro 100 Liter und wurde sich im Vergleich zu gestern etwas günstiger. Die Rohölnotierungen sind heute Morgen etwas stabiler als gestern. WTI befindet sich 0,3 Prozent im Plus und kostet aktuell 44,69 US-Dollar pro Barrel. Für Brent wird ebenfalls etwa 0,3 Prozent mehr bezahlt. Für ein Barrel Brent bezahlt man aktuell 47,13 US-Dollar.

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