Konfliktlösung im Irak möglich

Geringere Rohölexporte aus der Region Kurdistan, sind aktuell ein politisches Problem. Eine weitere Eskalation und Kämpfe werden nicht erwartet.

20.10.2017 | Robby Erkmann

Größere Feuergefechte zwischen der Zentralregierung und den kurdischen Kämpfern blieben bis jetzt aus. Das lag vor allem daran, dass die kurdischen Truppen den Regierungstruppen viele Gebiete kampflos überlassen haben. Darunter liegt auch dir ölreiche Region Kirkuk und viele weitere umstrittene Gebiete. Die irakische Regierung hatte zuletzt bekanntgegeben, dass man nur die Gebiete unter Kontrolle nehmen wolle, die 2014 während des Kampfes gegen den IS verloren gingen. Die Exporte über die Kirkuk Ceyhan Pipeline Richtung türkischen Exporthafen liegen aktuell bei etwa 196.000 B/T. Vor dem Konflikt wurden ungefähr 600.000 B/T exportiert. Der Abzug der kurdischen Ölarbeiter von den eingenommenen Anlagen der irakischen Truppen, sorgt aktuell für Produktionsausfälle, da die Wiederinbetriebnahme mit neuen Arbeitern Zeit benötigt. Da beide Seiten auf die Exporteinnahmen angewiesen sind, bestehen gute Chance, dass eine schnelle einvernehmliche Lösung gefunden wird. Diskutiert wird aktuell über die Aufteilung der Exporteinnahmen, die über Kurdistan in die Türkei fließen. Daher sind die Exporteinbußen politischer Natur und sind nicht die Folge, von einer zerstörten Infrastruktur. Die Risikoprämie liegt laut Goldman Sachs aktuell bei 1,5 US-Dollar pro Barrel. Unterdessen hat das irakische Ölministerium ausländische Ölfirmen gewarnt, Verträge mit der semi-autonomen Region Kurdistan abzuschließen. Genauere Angaben zu den möglichen Konsequenzen machte die Regierung in Bagdad nicht.

Planung für OPEC-Treffen im Endstadium

Der saudische Energieminister Al-Falih plant vor der OPEC-Vollversammlung in Wien am 30. November verschiedene Treffen mit einigen Partnern. Laut Medienberichten will er sich mit dem Irak und Algerien, sowie den Förderstaaten Kasachstan und Malaysia treffen. Welche Intentionen er damit verfolgt ist unklar. Einerseits könnte er die Staaten endgültig davon überzeugen wollen, das Förderabkommen zu verlängern oder aber auf die Einhaltung der Kürzungen hinweisen. Die Förderkürzungen werden im Falle einer Verlängerung vermutlich bis Ende 2018 laufen. Der Generalsekretär der OPEC sprach im Vorfeld den Staaten Libyen und Nigeria weiter eine Sonderrolle zu. Daher dürften diese Staaten einer Verlängerung nicht im Wege stehen. Generell scheint eine Verlängerung nur noch eine Formalität zu sein. Wie der Markt reagiert bleibt dennoch spannend, da einige Analysten einer Verlängerung der Förderkürzungen bereits eingepreist sehen.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist im Vergleich zu gestern um fast einen Euro gefallen. Heute liegt der Durchschnittspreis daher bei 57,35 Euro pro 100 Liter. Die Rohölpreise sind heute Morgen unverändert. WTI liegt bei 51,40 US-Dollar pro Barrel. Brent notiert aktuell bei 57,25 US-Dollar pro Barrel.

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