Kurdistan rudert zurück

Aktuell dringen erste Signale für eine langfristige Beruhigung der Lage durch, die gleichzeitig das Aufwärtspotential am Markt reduzieren könnten.

26.10.2017 | Robby Erkmann

Zuletzt gab es Verwirrung um die Meldung von Feuergefechten im Nordwesten Mossuls. Kurdische Peshmerga Kämpfer meldeten einen Angriff der irakischen Truppe, doch die Zentralregierung in Bagdad dementierte diese Berichte. Der aktuelle Frieden, durch das kampflose zurückziehen der kurdischen Truppen in die eigene Autonomie-Region scheint sehr labil zu sein. Doch eine Wende im Konflikt ist neuerdings möglich, da die kurdische Regionalregierung, der Zentralregierung in Bagdad weit entgegenkommen will. So hat die kurdische Regionalregierung ein Angebot zur friedfertigen Lösung offengelegt. Demnach ist Kurdistan bereit, das Ergebnis des Unabhängigkeitsreferendums einzufrieren. Die irakische Zentralregierung hatte das Referendum sowieso nicht anerkannt, infolgedessen der Konflikt eskalierte. Weiter hieß es, dass ein verantwortungsvolles Handeln notwendig ist, um weitere Gewalthandlungen zu vermeiden.

Dieses Friedensangebot wurde wohl durch den Umstand, dass Kurdistan international nur sehr wenig Unterstützung erhielt unterstützt. Außerdem gibt es in den eigenen Reihen konträre Meinungen über die aktuelle Situation, so Sami Nader von Levant Institute for Strategic Affairs. Sollten beide Seiten nun viel Kooperationsbereitschaft zeigen, könne die Ölförderung wieder schnell zu alter Stärke finden. So wurde in der Region etwa 600.000 B/T gefördert, aber infolge der politischen Spannungen sank der Wert auf ungefähr 270.000 B/T. Mit einer Erholung der Ölförderung würden damit neue Abwärtspotentiale freigesetzt werden. Diesen Umstand könnten die aktuellen Zahlen aus China und Indien egalisieren. Die dortige Nachfrage ist ungebremst stark, sodass Indien im September mit 4,6 Mio. B/T so viel Rohöl importierte wie noch nie.

Keine neuen Impulse

Die wöchentlichen US-Ölbestandsdaten lieferten keine neuen Impulse für die Ölpreise. Die weitere Nachrichtenlage blieb ebenfalls recht ruhig. Die API- und DOE-Zahlen haben geringe Aufbauten bei den Rohölbeständen gemeldet, obwohl einer Verringerung um 2,2 Mio. B/T erwartet worden war. Bei den Destillat- und Benzinbeständen sehen die Zahlen erfreulicher aus. Hier wurde jeweils ein Rückgang von etwa 5,5 Mio. B/T verzeichnet. Die Schätzungen lagen in diesem Bereich deutlich niedriger. Die gesamte Nachfrage nach Ölprodukten kletterte auf ein solides Niveau von 20,01 Mio. B/T zurück. Die US-Ölindustrie hat die Auswirkungen von Hurrikan Nate überstanden. Die Raffinerieauslastung nimmt weiter zu, so wie die US-Rohölförderung. Diese konnte eine Steigerung von 1,1 Mio. B/T verzeichnen. Dieser Anstieg steht noch mit Hurrikan Nate in Verbindung, der viele Rohölplattformen im Golf von Mexiko stillgelegt hat. Insgesamt liefern die Zahlen positive, als auch negative Aspekte, weshalb die Preise neutral auf die US-Bestandszahlen reagieren.

Der durchschnittliche Heizölpreis für Deutschland bringt auch für heute keine Überraschung. Mit 58,08 Euro pro 100 Liter verteuert sich der Durchschnittspreis nur leicht. Eine richtungsweisende Tendenz könnte der OPEC-Vollversammlung am Montag geben. Die Rohölnotierungen bleibe ebenfalls auf dem aktuellen Preisniveau, auch wenn sich WTI und Brent aktuell leicht im Minus befinden. Für ein Barrel WTI wird heute Morgen 52,09 US-Dollar bezahlt. Der Preis für ein Barrel Brent liegt im Augenblick bei 58,36 US-Dollar.

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