Kursrallye erstmal gestoppt

Die neusten Prognosen für die OECD-Bestände, sowie die Rohölpreise in 2018 haben die Kurse auf Talfahrt geschickt. WTI kämpft mit der 50 US-Dollar Marke.

04.10.2017 | Robby Erkmann

Die Ende September durchgeführte Befragung unter 15 Investmentbanken, über die Entwicklung der Rohölpreise für kommendes Jahr, haben den Markt enttäuscht. Die Analysten sehen den Preis für Brent im kommenden Jahr im Durchschnitt bei 53,00 US-Dollar pro Barrel. Damit wurde Brent einen US-Dollar niedriger eingeschätzt, als bei der letzten Umfrage. Gleiches Bild ergibt sich für die US-Sorte WTI. Hier wird der Durchschnittspreis von den Experten auf 50,00 US-Dollar geschätzt, was ebenfalls einen US-Dollar unter der letzten Umfrage liegt. Grund für diese Preisaussicht wird, wie so oft, die großen Förderpotentiale der US-Schieferölindustrie genannt. Doch Harry Tschilingurian von der BNP Paribas sieht auch die aktuelle Nachfrageerwartungen für das kommende Jahr, als zu hoch eingeschätzt. Bis auf Amrita Sen von Energy Aspects, nimmt die Mehrheit der Experten einen bearishen Standpunkt ein. Amrita Sen prognostiziert weiter sinkende Bestände bei Rohöl und Produkten für das Jahr 2018 und ein zunehmendes eintreten eines Gleichgewichts des Ölmarktes.

IEA-Analyst Olivier Lejeune schätzt, dass 2018 die OECD-Bestände steigen werden. Verantwortlich für derzeit gleichbleibende Bestände ist die Rohölförderung der OPEC-Staaten, sollte diese in den nächsten sechs bis neun Monaten unverändert bleiben, so Lejeune. Die IEA kalkuliert für 2018, daher mit steigenden Beständen innerhalb der OECD. Für steigende Ölbestände sprechen, laut IEA die Ölförderungen in Staaten außerhalb der OPEC. Allein die US-Ölförderung, soll nach dem Bericht der IEA, im kommenden Jahr um 1,1 Mio. B/T steigen. Außerdem bemängelt die IEA, dass die Daten zur Rohölnachfrage in China nur sehr schwer vorhergesagt werden können, da es keine genauen Daten zu den dortigen Rohölbeständen gibt. Mit einem weiteren rasanten Anstieg der Ölnachfrage aus China ist, dementsprechend nicht zwangsläufig zu rechnen, doch in vielen Prognosen bereits einkalkuliert.

Angesichts dieser Nachrichten, sind am Montag die Kurse für Brent und WTI um etwa einen US-Dollar abgestützt. Heute Morgen atmen die Notierungen der Rohölpreise erst einmal durch. WTI liegt unverändert bei 50,18 US-Dollar pro Barrel und kann die 50 US-Dollar Marke bisher verteidigen. Brent notiert aktuell bei 55,65 US-Dollar pro Barrel und liegt leicht im Minus. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 58,78 Euro pro 100 Liter. Damit ist der Abstand zur 60 Euro Marke etwas größer geworden, jedoch noch immer in Schlagdistanz.

Bloomberg bestätigt höhere OPEC-Förderung

Am Montag wurde über die Einschätzungen von Reuters und JBC Energy zur Entwicklung der Rohölförderung der OPEC im September berichtet. Reuters schätzte, dass die OPEC rund 50.000 B/T mehr Öl gefördert hat als im August. JBC Energy ging sogar von einer Steigerung im Vergleich zum Vormonat von 150.000 B/T aus. Nun sorgt auch Bloomberg, mit seiner Meldung über die OPEC-Rohölförderung im September für negative Impulse an den Ölmärkten. Bloomberg schätzt die Ölförderung um 120.000 B/T höher ein, als noch im August. Dafür verantwortlich sollen Libyen (30.000 B/T), Nigeria (20.000 B/T), Kuwait (50.000 B/T) und Saudi-Arabien (60.000 B/T) sein. Laut Bloomberg sank die Quotentreue auf von 88 Prozent auf 82 Prozent.

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