Neuer Brennpunkt im Nahen Osten

Im Jemen wird die dortige Regierung seit 2015 von Huthi-Rebellen bekämpft, die bis dato einige Landteile unter ihrer Kontrolle bringen konnte.

07.11.2017 | Robby Erkmann

Der Konflikt ist als nicht neu, doch wurde ihm international bisher kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Seitdem die Rebellen 2015 Häfen und Militärbasen eingenommen hatten, wurde die Berichterstattung stark zurückgefahren. Nun könnte die Lage weiter aus dem Ruder laufen. Am gestrigen Tage wurde von den Rebellen in Jemen eine Rakete auf die saudische Hauptstadt Riad abgefeuert. Diese Rakete konnte Saudi-Arabien kurz vor ihrem Ziel abschießen. Dabei ist es wichtig und das stellt das eigentlichen internationalen Gefahrenpotential dar, dass die Huthi-Rebellen vom Iran unterstützt werden. Die sunnitische Regierung des Jemens wird im Gegenzug von Saudi-Arabien unterstützt. Daher verurteilte der saudische Außenminister diesen Angriff scharf und sprach dabei direkt den Iran an, der wohl hinter dieser Aktion stecke. Teheran dagegen bestritt jegliche Beteiligung.

Als erste Reaktion kündigte Saudi-Arabien an, alle See-, land-, und Luftwege zum Jemen blockieren zu wollen, um den Versorgungsnachschub für die Rebellen zu stoppen. Inwiefern der Iran darauf reagiert bleibt abzuwarten. Der Lage, ohnehin stark gebeutelten und hungernden Bevölkerung des Jemen wird dadurch noch schlechter. Sollte eine offene Eskalation stattfinden wird das den Rohölpreis weiter in die Höhe treiben, so Shane Chanel von ASR Wealth Advisers. Dann könnte die Sorte WTI in Richtung 60 US-Dollar pro Barrel laufen und die Sorte Brent in Richtung der 70 US-Dollar pro Barrel.

Irak setzt auf die OPEC

Der irakische Ölminister Jabbar al-Luaibi erklärte am Rande einer Konferenz in Bangkok, dass die irakische Regierung jede Entscheidung der OPEC mittragen werde, die eine Stabilisierung des Ölpreises unterstützt. Irak ist der zweitgrößte Produzent der OPEC und ist daher ein wichtiger Meinungsfaktor, damit die Förderkürzungen über den März 2018 hinaus verlängert werden können. Gespräche über Ausweitungen der Förderkürzungen gab es unter den OPEC-Mitgliedern bisher nicht, so der Minister. Irak ist nicht der erste Staat, der eindeutig eine Verlängerung der bis März 2018 laufenden Förderkürzungen befürwortet. Zuvor gab bereits Saudi-Arabien, Kuwaits und die VAE grünes Licht.

Die politische Lage im Nahen Osten bleibt also extrem angespannt. In Saudi-Arabien werden aktuell Prinzen und ehemalige Minister im Zuge einer Anti-Korruptionsmaßnahme verhaftet. Beobachter zweifeln die Rechtmäßigkeit an und sehen vielmehr die Stärkung der Macht des saudischen Könighauses als wahren Grund. Außerdem gibt es bis jetzt keine handfeste Lösung für den Konflikt zwischen der semi-autonomen Region Kurdistan und der irakischen Zentralregierung.

Die Rohölpreise klettern daher immer weiter nach oben. Auf Wochensicht hat Brent um 5,7 Prozent und WTI um 6 Prozent zugelegt. Der Preis für ein Barrel Brent beträgt heute Morgen 64,42 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte WTI wird derzeitig für 57,37 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis konnte sich ebenfalls verteuern und liegt heute 60,94 Euro pro 100 Liter in Deutschland.

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