Ölpreise mit Kurssprung

Der fehlgeschlagene Anschlag in New York trieb die Rohölnotierungen nach oben. Am Abend stütze eine Pipeline-Abschaltung in der Nordsee die Preise.

12.12.2017 | Robby Erkmann

Dabei handelt es sich um die sehr wichtige Forties Pipeline, die nun wohl für mehrere Wochen abgeschaltet werden muss. Der Betreiber Ineos gab dies am späten Montag bekannt. Grund dafür ist ein Leck im Pipeline-System. Ein entdeckter Haarriss habe sich weiter vergrößert und schließlich geringe Mengen Rohöl austreten lassen, so der Betreiber. Die Pipeline transportiert etwa 450.000 B/T Rohöl und ist eine der wichtigsten in der Nordsee. Daher kam es im Anschluss zu weiteren Meldungen von Ölproduzenten, die sofort ankündigten die betroffenen Förderinseln in der Nordsee abzuschalten, da es keinen alternativen Transportweg gibt. Forties ist eine wichtige Rohölsorte der Nordsee und macht den größten Anteil aus, in der Mischsorte Brent, die neben der amerikanischen Sorte WTI, als globale Referenzsorte betrachtet wird. Die nun abgeschaltete Forties-Pipeline verbindet ungefähr 85 ÖL- und Gasquellen in der Nordsee. Dies macht etwa 40 Prozent der gesamten britischen Ölproduktion aus. Eine Zwischenlagerung des geförderten Rohöls ist ebenfalls nicht möglich, sodass die Abschaltungen einiger Anlagen unausweichlich sind. Das knappere Angebot der wichtigen Referenzsorte Brent stützt die Preise am Weltmarkt immens. Für eine weitere Risikoprämie sorgt die Meldung aus New York, wo nach Medienangaben zufolge, ein Anschlag durch einen ISIS-Anhänger verübt wurde.

Die gestrigen Ölnotierungen drehten daher nach oben. Dieser Trend setzt sich heute Morgen fort, sodass Brent 0,9 Prozent und WTI 0,65 Prozent über den heutigen Eröffnungskursen liegen. Die Nordseesorte Brent kostet nunmehr 65,33 US-Dollar pro Barrel. WTI wird derzeitig für 58,40 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Ebenfalls teurer ist der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland. Dieser liegt heute bei 61,72 Euro pro 100 Liter.

Saudi-Arabien macht weiter Druck

Saudi-Arabien demonstriert weiter stärke, indem es die Exporte ins Ausland wieder senkt. Nun trifft es den Wachstumsmarkt Asien. Im Januar plant das saudische Energieministerium 100.000 B/T weniger Rohöl nach Asien zu exportieren, als noch im Dezember. Die Exporte in den USA und nach Europa werden nicht angepasst. Ein Sprecher des Energieministeriums wies darauf hin, dass die saudische Regierung weiter eindeutig hinter dem OPEC-Abkommen steht und die Reduzierungen einhalte, oder übertreffen wird. Mit dieser Vorbildfunktion hofft man, weitere Staaten zu einer makellosen Quotentreue animieren zu können. Das Statement erklärt nun auch, die Erhöhung der Preise Anfang Dezember für den asiatischen Raum. So können die Umsatzeinbußen wohl kompensiert bzw. vermindert werden. Saudi-Arabien ist weiterhin sehr stark von den Erlösen der Rohölimporte abhängig. Diese Meldung stützt ebenfalls die Preisnotierungen an den Börsen.

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