Ölpreise verteidigen Preisniveau

Die Rohölnotierungen bleiben trotz einer neutralen Nachrichtenlage auf hohem Niveau. Die aktuellen API-Zahlen unterstützen die Preisnotierungen zusätzlich.

22.11.2017 | Robby Erkmann

Viele Experten erwarten, dass die Ölkurse fallen, doch bisher bleiben die Preise stabiler, als viele gedacht hätten. Die API-Daten zur vergangenen Berichtswoche fallen positiv aus. Demnach sind die Rohölbestände um 6,4 Mio. B/T gesunken. Gleichzeitig verzeichnen auch die Destillatvorräte einen Rückgang von 1,7 Mio. B/T. Dabei übertraf der Rohölabbau die Erwartungen enorm, sodass die Zahlen eindeutig bullsih sind. Der Bestandsaufbau bei Benzin von 0,9 Mio. B/T fällt weniger ins Gewicht, weil der Fokus in den Wintermonaten nicht auf den Benzinbeständen liegt. Diese werden erst im Sommer wieder von größerer Bedeutung sein.

Analyst Bill Baruch von Blue Line Futures schätzt, dass die Preise nach dem OPEC-Meeting möglicherweise nachgeben können, da der Markt keine Aufwärtspotentiale bereithält. Aktuell vertritt er jedoch eine bullishe Grundhaltung. Seiner Meinung nach, könne der Preis für WTI kurzfristig bis auf 59 US-Dollar pro Barrel steigen. Die 60 US-Dollar Marke ist nach seiner Prognose nicht erreichbar. Zu der neuerlichen Haltung Russland ist Baruch gelassen eingestellt. Mit der Hinhaltetaktik zeige Moskau lediglich, dass man sich eine Entscheidung nicht diktieren lasse. Letztendlich werde Moskau dann an Bord sein und eine Verlängerung des Abkommens unterstützen.

Heute Morgen liegt der Preis für ein Barrel WTI etwa 1,0 Prozent höher und notiert bei 57,66 US-Dollar. Brent kann ebenfalls Boden gut machen. Mit 63,11 US-Dollar pro Barrel liegt Brent etwa 0,6 Prozent höher. Der durchschnittliche Heizölpreis bleibt auch heute über der 61 Euro-Marke und kostet 61,21 Euro pro 100 Liter.

US-Ölindustrie belastet die Futures

Die Prognosen zur zukünftigen US-Rohölförderung belasten im Augenblick die Preise an den Futurebörsen. Gene McGillian von Tradition Energy ist der Meinung, dass die US-Ölförderung schon in den nächsten 3 bis 6 Monaten über 10 Mio. B/T betragen könnte. Die EIA ist deutlich pessimistischer und schätzt, dass die Marke von 10 Mio. B/T erst gegen Ende des kommenden Jahres erreicht wird. Die DOE bezifferte die amerikanische Förderung in der letzten Woche mit ungefähr 9,64 Mio. B/T. Laut Westwood Energy sollen die aktiven Ölbohranlagen in den USA im nächsten Jahr um 18 Prozent steigen. Gleichzeitig soll die Produktivität der Anlagen deutlich höher sein. Diese Erwartung stützt die Haltung der Analysten von FGE. Diese sehen für 2018 die Möglichkeit von Versorgungsengpässen, sofern unvorhergesehene Angebotsausfälle den Markt überraschen. Die Analysten gehen davon aus, dass bei einem endgültigen Ende der OPEC-Förderkürzungen, die Preise massiv einbrechen werden. Schließlich werde das OPEC-Förderabkommen irgendwann auslaufen müssen, so die Experten. Für die US-Rohölförderung sehen die Analysten rosige Zeiten. Diese sollen in den Jahren 2018 und 2019 um etwa 1 bis 1,5 Mio. B/T steigen. Damit würde die US-Rohölförderung insgesamt im Bereich von 11 Mio. B/T liegen.

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