Ölpreisniveau um 20 Prozent eingebrochen

Trotz der anhaltenden Produktionskürzungen, sind die Preise seit dem letzten Hoch um 20 Prozent gefallen. Händler sprechen nun von einem Bärenmarkt.

23.06.2017 | Robby Erkmann

Viele Marktteilnehmer sind auf Grund des aktuellen Abwärtstrends sehr überrascht, dabei gab es die ganze Zeit gute Gründe, kritisch zu sein. Die libysche und nigerianische Rohölförderung lag letztes Jahr am Boden und hätte theoretisch viel mehr Öl fördern können. Doch innerpolitische Spannungen sorgten oftmals für Produktionseinbrüche. Das Potential die Ölförderung immens zu steigern war also stetig vorhanden. Die OPEC war mit den gebeutelten Staaten nachsichtig, sodass diese vom OPEC-Abkommen ausgeschlossen wurden und hat eventuell mit einem derart rasanten Anstieg der Ölförderung nicht gerechnet. Nun erreicht die Ölproduktion in Libyen und Nigeria immer neue Höchststände, ohne dass die Staaten ihre Fördermengen begrenzen müssen.

Trotz der Einhaltung der Förderkürzungen aller anderen OPEC-Staaten, kam es im Mai zu einem Anstieg der Gesamtfördermenge. Experten von Morgan Stanley sind der Meinung, dass die aktuellen Kürzungen von 1,8 Mio. B/T nicht ausreichen, da es keine Regelung gibt, die zusätzliche Rohölförderung zu begrenzen. Selbst ein Angebotsdefizit in der zweiten Jahreshälfte wird die Ölpreise nicht nachhaltig steigen lassen können, so die Experten von Morgan Stanley. Dafür würden die Rohölbestände nicht stark genug fallen.

Das erklärte Ziel der OPEC, die weltweiten Rohölbestände zu senken, wird bis jetzt konsequent verfehlt. Demnach sollen die Bestände auf Öltankern aktuell wieder steigen. Hinzu kommt, dass die Bestände der OPEC-Länder im April um 18,6 Mio. Barrel zunahmen. Dadurch lagen die OPEC-Rohölbestände über dem Niveau von November 2016, dem Zeitraum, als die OPEC die Förderkürzungen beschlossen hatte. Daher ist das erklärte Ziel, die Bestände auf den 5-Jahresdurchschnitt zu reduzieren, bisher nicht in greifbarer Nähe.

Die andere Kehrseite der Medaille ist die unterschätzte Schieferölproduktion in den USA. Der Preisverfall traf einige Unternehmen hart, doch viele konnten sich erholen. Firmen, die Insolvenz gingen wurden durch andere oder neue Betreiber übernommen, sodass die Förderanlagen wieder aktiv Rohöl fördern konnten. Durch den technologischen Fortschritt sind manche US-Fördergebiete, noch bei Preisen unter 40 US-Dollar rentabel. Die Schieferölförderung galt lange als kostenintensiv und war deswegen von hohen Ölpreise an den Weltmärkten abhängig. Außerdem können durch Preissicherungsgeschäfte kurze Preisanstiege genutzt werden, damit bei fallenden Preisen die Schwankungen abgefangen werden können, sodass die Förderanlagen weiter rentabel arbeiten können.

Abwärtspotentiale reißen nicht ab

Neusten Meldungen zufolge, sind die Rohölbestände im Raum Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen angestiegen. Der Datenlieferant Genscape meldete zum 16. Juni Rohölbestände von 64,2 Mio. Barrel. Das ist der höchste Wert, der im laufenden Jahr gemessen wurde. Vergleicht man die Bestände mit den Tiefstwerten aus Januar, erhöhten sich die Vorräte um 24 Prozent. In Nigeria sollen die Rohölexporte im August die 2 Mio. B/T übersteigen. Wenn die Prognose zutrifft, lägen die Rohölexporte auf das höchste Niveau seit 17 Monaten. Die Zweifel an der Wirksamkeit des OPEC-Förderabkommens bekommen damit immer mehr Futter.

Der durchschnittliche Heizölpreis ist heute auf 50,61 Euro pro 100 Liter gefallen. Damit liegen die durchschnittlichen Kurse unter dem Tief bei 51,07 Euro von Mitte November. Der anhaltende Abwärtstrend wirkt sich entsprechend auf die Heizölpreise aus, sodass Heizölabnehmer weiterhin Grund zur Freude haben dürften. Die Ölpreise sind heute Morgen fast unverändert. WTI notiert aktuell bei 42,93 US-Dollar pro Barrel. Brent notiert aktuell bei 45,43 US-Dollar pro Barrel.

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