Ölreserven in China schmelzen dahin

Chinas Rohölimporte erreichten dieses Jahr einen neuen Rekordwert. Dennoch sanken die Bestände drastisch. Die Regierung muss nun gegensteuern.

29.12.2017 | Robby Erkmann

Trotzdem die Einfuhren an Rohöl in November sehr hoch waren, gingen die Rohölbestände auf 26,15 Mio. Tonnen zurück, so die Nachrichtenagentur Xinhua. So niedrig waren die Bestände seit 7 Jahren nicht mehr. Die extrem hohe Nachfrage aus China soll auch im nächsten Jahr fortgesetzt werden. Chinas Interesse, die Bestände wieder zu erhöhen, um kurzfristig unabhängig von Öllieferungen zu sein, wird die Rohöleinfuhren wohl weiter ankurbeln. Außerdem wurde seitens der Regierung, den nicht staatlichen Raffinerien deutlich höhere Importe genehmigt. So dürfen diese nun 142,42 Tonnen importieren, anstatt wie bisher nur 87,6 Mio. Tonnen. Die hohe Nachfrage aus China wird der OPEC in die Karten spielen, die weltweiten Rohölbestände zu senken.

Die bullishen Nachrichten reißen nicht ab und halten die Rohölpreise weiter auf ihrem aktuellen Niveau, obwohl viele Analysten und Experten längst mit deutlichen Preisabschlägen gerechnet haben. Selbst die Prognose, dass die libysche Ölpipeline schneller als gedacht wieder funktionsfähig ist, setzt die Preise nicht unter Druck. Zuvor hatte die Meldung jedoch für ein neues 2,5 Jahreshoch an den Ölbörsen gesorgt. Doch ein Preiseinbruch bleibt bisher aus. Im Gegenteil, die Notierungen für WTI konnten heute 60 US-Dollar Marke überspringen. Der problemfreie Restart der wichtigen Forties Pipeline konnte den hohen Ölpreisen, ebenfalls nichts anhaben. Anfang des Jahres stehen dem weltweiten Ölangebot wieder die fehlenden 450.000 B/T zur Verfügung, so der Betreiber Ineos.

US-Ölbestände ohne klare Tendenz

Eine hohe Raffinerieauslastung lässt die Ölbestände in den USA sinken. Das DOE übertrifft die erwarteten Abbauten von 3,7 Mio. Barrel, mit gemessenen 4,6 Mio. Barrel etwas. Die hohe Auslastung resultiert aus steuerlichen Gründe, die Bestände zum Jahreswechsel gering zu halten, zum anderen werden die Produktionsausfälle infolge der Hurrikansaison nachgeholt. Die Nachfrage nach Ölprodukten bleibt mit 20,775 Mio. B/T auf hohem Niveau, wenngleich diese um 0,336 Mio. B/T gesunken ist. Die Nachfrage nach Benzin und Destillatprodukten stieg an. Aufgrund der hohen Raffinerieverarbeitung stiegen die Vorräte in diesen Kategorien an. Die Destillatbestände erhöhten sich um 1,1 Mio. Barrel und die Benzinbestände um 0,6 Mio. Barrel. Unerwartet dagegen war der Rückgang bei der Rohölförderung um 35.000 B/T auf nun 9,75 Mio. B/T. Es war erwartet worden, dass die Förderung stringent Richtung 10 Mio. B/T ansteigt. Dennoch wird die 10 Mio. B/T Marke wohl nächstes Jahr erreicht werden. Insgesamt bleibt die Wirkung, der eher uneinheitlichen US-Bestandszahlen auf die Ölpreise begrenzt.

So hat die Sorte WTI heute Morgen den Sprung über die 60 US-Dollar Marke geschafft und notiert im Augenblick bei 60,16 US-Dollar pro Barrel. Brent liegt etwas unterhalb der Eröffnungskurse, bei 66,48 US-Dollar pro Barrel. Mit 63,15 Euro pro 100 Liter bleibt der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland oberhalb der 63 Euro auf hohem Niveau.

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