OPEC-Meeting enttäuscht die Händler

Am Donnerstag beschlossen die OPEC-und Nicht-OPEC-Staaten eine Verlängerung der Förderkürzungen um weitere neun Monate und dennoch gaben die Preise nach.

26.05.2017 | Robby Erkmann

Am Donnerstag beschlossen die OPEC-und Nicht-OPEC-Staaten eine Verlängerung der Förderkürzungen um weitere neun Monate und dennoch gaben die Preise nach.

Genau das, was viele Experten bereits vorhergesagt hatten ist eingetreten. Unzwar war durch die monatelangen teils öffentliche Diskussion, wie man nach den vergangenen sechs Monaten Förderkürzungen weiterverfährt, der Überraschungseffekt längst verflogen. Die Ölmärkte hatten eine Verlängerung schon eingepreist und man hoffte darauf, dass das Meeting ergänzende Maßnahmen beschließt. Doch genau das ist nicht eingetreten, sodass die Ölkurse auf Talfahrt gingen.

Wie angekündigt wurde eine Verlängerung von neun Monaten beschlossen. Doch wieso sind die Anleger so enttäuscht? Entgegen vieler Andeutungen, haben sich keine neuen Länder dem OPEC-Abkommen angeschlossen. Nur Äquatorial Guinea ist nun das 14. Mitglied der OPEC, hatte sich aber bereits als Nicht-OPEC-Staat an den Kürzungen beteiligt. Mit 270.000 B/T ist Äquatorial Guinea ein eher unbedeutender Förderstaat. Der Markt hoffte zudem, dass die Produktionskürzungen von aktuell 1,8 Mio. B/T ausgeweitet werden, doch das Volumen wird unverändert bleiben. Außerdem sind Nigeria und Libyen vom Abkommen weiter ausgenommen. Libyen fördert aktuell 800.000 B/T und will bis August 1,1 Mio. B/T fördern und bis zum Jahresende sogar 1,3 Mio. B/T produzieren. Sodass allein Libyen einen großen Teil der Förderkürzungen auffangen könnte. Des Weiteren befindet sich die US-Ölindustrie auf einen Höhenflug. Die USA werden ihre Schieferölproduktion in den nächsten Monaten weiterhin stark ausbauen können. Daher können auch die USA einen Teil der Kürzungen kompensieren. Außerdem wird jeder weitere Preisanstieg die Schieferölförderung weiter erhöhen, weil noch kostenintensivere Fördergebiete wieder rentabel werden. Ein weiterer bearisher Faktor ist die Aussage des irakischen Ölministers. In Wien bekräftigte er nochmals, dass die Ölproduktion bis Jahresende auf 5 Mio. B/T ausgebaut wird. Vertragsbruch will der Irak dadurch jedoch nicht betreiben, da man die zusätzlichen Förderkapazitäten erstmal nicht nutzen wird, damit man die vorgegebene Produktionsquote einhält. Derzeit fördert der Irak 3,9 Mio. B/T und darf laut Abkommen 4,3 Mio. B/T produzieren. Nach dem Ende des Abkommens wäre der Irak schnell in der Lage den Markt mit viel Rohöl zu versorgen. Laut dem Ölminister Jabbar al-Luaibi plant der Irak solche Methoden unmittelbar nach dem Ende der Förderkürzungen jedoch nicht.

Die Gesamtheit dieser Gründe, wird einen starken Kursanstieg an den Ölbörsen erstmal verhindern. Der Endkunde wird wohl auch diesen Sommer von den günstigen Rohölpreisen profitieren. Infolge der Enttäuschung über das neue OPEC-Abkommen fiel WTI unter die 50 Dollar-Marke und Brent unter die 52 Dollar-Marke. WTI sackte zeitweise um über 2 US-Dollar nach unten ab und die Sorte Brent verlor zwischenzeitlich sogar über 3 US-Dollar. Aktuell wird WTI für 48,88 US-Dollar pro Barrel gehandelt und die Nordseesorte Brent wird heute Morgen für 51,53 US-Dollar pro Barrel gehandelt.

Die Heizölpreise trotzen dem Trend vorerst und notieren aktuell höher als Mittwoch. Betrug der durchschnittliche Heizölpreis am Mittwoch 56,05 Euro pro 100 Liter, liegt er heute bei 56,87 Euro pro 100 Liter. Ob und wann die Heizölpreise den Ölbörsen nacheifern wird die kommende Woche verraten.

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