OPEC-Verhandlungen bleiben spannend

Die wieder anlaufende Öl-Produktion am libyschen Ölfeld Sharara und die gestiegene US-Bohraktivität begrenzen das Aufwärtspotential.

04.04.2017 | Robby Erkmann

Der Analyst Ric Spooner von CMC Markets ist der Meinung, Faktoren mit bullishen Auswirkungen (wie beispielsweise das OPEC-Abkommen, US-Ölbestände oder der Produktionsrückgang in Libyen) sind bereits eingepreist und für ein neues Aufwärtspotential seien somit neue Impulse notwendig. Dagegen hält der Analysten Bart Melek von TD Securities einen Preis von 60 Dollar pro Barrel für möglich, wenn die erwartete Sommernachfrage einsetzt und die Raffineriewartungen dem Ende zu laufen.

Die Lage in Libyen entspannt sich vorerst weiter. Aufgrund von örtlichen Konflikten sank die Ölproduktion von 700.000 auf 500.000 B/T. Mittlerweile wurde die Produktion am größten Ölfeld Libyens, dem Sharara Feld, wieder aufgenommen. Die Fördermenge liegt ca. 60.000 B/T unter der Fördermenge vor dem Konflikt. Somit liegt die Gesamtproduktion Libyens wieder bei ca. 660.000 B/T. Geplant ist eine Förderung von 800.000 B/T im April und auf Jahressicht von max. 1,0 Mio B/T in Libyen. Der geplante Ausbau, der libyschen Fördermenge wirkt, preismindernd.

Laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA hat der Iran bis zum 20. März mehr Rohöl und Kondensate exportiert, als in den Vormonaten. Der Iran ist von den Produktionsbegrenzungen der OPEC und Nicht-OPEC Staaten ausgenommen, scheint aber die verminderte Öl-Förderung der anderen Staaten für sich zu nutzen. Von Seiten des Irans wurde zuletzt angeboten, die Förderung bei 3,8 Mio. B/T zu stoppen.

Doch auch innerhalb der OPEC gibt es Staaten mit Exportzahlen, die sich auf Normalniveau befinden. Laut Analyst Scott Darling von J.P. Morgan, hat Saudi-Arabien seine Rohölausfuhren auf Jahressicht nicht reduziert. Die gesunkene Produktion wurde durch einen gesunkenen Eigenbedarf relativiert. Darling vermutet, dass Saudi-Arabiens Verhalten zu Meinungsverschiedenheiten innerhalb der OPEC-Staaten führen könnte. Laut dem US-Energieministerium, könnte die USA Produktionssteigerungen von aktuell 7,1 Mio. B/T auf 8,0 Mio. B/T vornehmen. Ein eventuell geringerer US-Importbedarf, lässt mehr Öl am Weltmarkt zur Verfügung.

Die Gesamtsituation bleibt spannend und selbst die Experten sind sich nicht einig, in welche Richtung der Ölpreis sich entwickeln könnte. Der Heizölpreis liegt heute leicht erhöht zum Vortrag bei 57,90 Euro pro 100 Liter. Das amerikanische WTI liegt heute Morgen mit 50,06 US-Dollar leicht unter dem Vortagesniveau. Die Nordseesorte Brent kostet mit 52,92 US-Dollar ebenfalls etwas weniger als gestern.

Verlängerung des OPEC-Abkommens weiterhin sehr wahrscheinlich

Analyst Scott Darling von J.P. Morgan hält eine Verlängerung über die zweite Jahreshälfte hinaus, weiter für das wahrscheinlichste Szenario. Mit dieser Prognose steht er nicht alleine dar. Eine Umfrage unter 13 Investmentbankern ergab einen einstimmigen Tenor, dass das Abkommen verlängert werden wird. Sollte dieses Szenario eintreffen, werden die Ölpreise mittel- bis langfristig steigen, wobei kurzfristig immer Faktoren den Ölpreis belasten können (zum Beispiel der aktuelle Libyen-Konflikt). Trader legen aktuell den Fokus auf die US-Rohölbestände und deren Entwicklung. S&P Global Platts berichtet, dass die Rohölbestände erstmals seit langem wieder fallen könnten und um 0,2 Mio. B/T zur Vorwoche sinken.

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