Positive Zahlen zum Jahresende

Die US-Bestandszahlen des API fallen abermals positiv aus und stützen das Preisniveau. Mitverantwortlich dafür ist die Abschaltung der Forties Pipeline.

20.12.2017 | Robby Erkmann

Der ausschlaggebende Faktor für das Halten des aktuellen Preisniveaus, ist die Außerbetrieb genommene Forties Pipeline in der Nordsee. Die Netto-Long-Ausrichtung für Brent konnte daher zulegen und ist zuletzt auf ein Rekordniveau geklettert. Der Ausfall der Pipeline verhindert aktuell wohl, dass die Preise an den Ölbörsen fallen. Brent ist seit Anfang November in einer Preisspanne zwischen 61 und 64,60 US-Dollar pro Barrel. Doch trotz der starken bullishen Wirkung durch den Ausfall der Forties Pipeline konnte Brent keine höheren Preise erreichen. Nichtsdestotrotz besteht weiterhin die Gefahr, dass die Preise abrutschen, wenn die Händler ihre Netto-Long-Positionen verkaufen. Einige Experten erwarten dieses Ereignis seit der letzten OPEC-Sitzung am 30. November, wurde jedoch bis jetzt enttäuscht.

Der Ausfall der Forties Pipeline spiegelt sich auch in den US-Bestandszahlen wieder. Die Rohölbestände übertrafen die Erwartungen und sind um 5,2 Mio. B/T im Vergleich zur Vorwoche gesunken. Genauere Gründe für diese Entwicklung werden die morgigen DOE-Zahlen liefern. Wahrscheinlich wird aktuell mehr Rohöl exportiert, da der Pipelineausfall verantwortlich ist, dass Abnehmer in Europa andere Bezugsquellen aufsuchen müssen. Gleichzeitig zeigen die Erfahrungswerte, dass zum Jahresende die Bestände gerne niedrig gehalten werden, um Lagerzuwächse aufgrund von steuerlichen Zusammenhängen zu vermeiden. Stärker als erwartet sind auch die Destillatbestände gesunken. Hier meldete das API Abbauten von 2,0 Mio. B/T. Dies ist für die Jahreszeit keine Überraschung, da die Nachfrage durch das Heizen deutlich höher ist, als in den milderen Monaten. Die etwas höheren Benzinbestände sind dagegen nicht so stark bearish. Insgesamt betrachtet bleiben die API-Zahlen eindeutig positiv und stützend.

Neue Preisprognosen

Die Investmentbanken haben ihre Prognosen für die Ölpreise im nächsten Jahr angepasst. Die meisten Banken hoben ihre Prognosen an. Goldman Sachs erhöhte die Schätzungen am stärksten und geht von 62 US-Dollar pro Barrel aus. Gleichzeitig erwartet Goldman Sachs, dass die OPEC imstande ist, die weltweiten Ölbestände weiter zu senken. Dies gelinge jedoch erst ab der zweiten Jahreshälfte, wenn Nachfragestarke Saison beginnt. Gleichzeitig könne dann ein langsamer und kontrollierter Ausstieg aus den Förderkürzungen beginnen, so die Analysten.

Der durchschnittliche Heizölpreis bleibt in der aktuellen Preisregion stehen und beträgt heute 61,42 Euro pro 100 Liter. Ähnlich sieht es bei den Preisnotierungen für Rohöl aus. WTI kostet heute Morgen 57,74 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte Brent wird derzeitig für 63,97 US-Dollar pro Barrel gehandelt.

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