Preisrutsch nach DOE-Zahlen

Nachdem die API-Zahlen die Marktteilnehmer am Dienstag enttäuscht hatten, haben die DOE-Zahlen am Mittwoch für eine noch größere Enttäuschung gesorgt.

08.06.2017 | Robby Erkmann

Die Raffinerieauslastung ist im neusten DOE-Bericht gesunken, doch ist das kein Grund zur Sorge. Die Raffinerien verarbeiteten in den letzten Wochen Rekordmengen an Rohöl, sodass trotz leichtem Rückgang um -0.9 Prozent, die Auslastung mit 94,1 Prozent auf sehr hohem Niveau bleibt. Zum selben Zeitpunkt letzten Jahres lag die Auslastungsquote bei 90,9 Prozent. Gleichzeitig begünstigt diese Entwicklung die Aufbauten bei den Rohölbeständen, die um 3,3 Mio. Barrel gestiegen sind. Obwohl Saudi-Arabien ankündigte die Rohölimporte in die USA zu drosseln, haben die USA in der Berichtswoche 2,5 Mio. Barrel mehr Rohöl importiert. Gleichzeitig sanken die Rohölexporte um 57 Prozent ab, was den größten Rückgang seit Aufzeichnungsbeginn entspricht. Deswegen wundert es nicht, dass die Rohölbestände um 3,3 Mio. Barrel gestiegen sind. Die DOE-Zahlen sind daher massiv bearish bewertet worden. Denn auch die Gesamtnachfrage nach Ölprodukten brach um 1,5 Mio. B/T ein und liegt nach dem enormen Rückgang bei 19,3 Mio. B/T. Die Benzinnachfrage ging in der Berichtswoche um 0,505 Mio. B/T zurück und liegt aktuell bei 9,3 Mio. B/T. Damit liegt die Nachfrage nach Benzin unter dem Vorjahresniveau von 9,6 Mio. B/T. Dass die US-Rohölförderung um 24.000 B/T abnahm, spielt angesichts der vielen anderen preismindernden Zahlen, eine untergeordnete Rolle. Betrachtet man alle Kategorien gesamtheitlich, stiegen die Bestände mit 15,5 Mio. B/T seit August 2008 nicht mehr so extrem an, wie in der letzten Woche.

Die durchschnittlichen Heizölpreise in Deutschland blieben im Vergleich zu gestern, trotz dieser Meldungen konstant. Heute Morgen liegt der Durchschnittpreis bei 52,35 Euro pro 100 Liter, um 14 Cent höher als gestern. Lag das WTI gestern noch in Reichweite von 48 US-Dollar pro Barrel, so notiert WTI heute Morgen bei 46,09 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent verlor ebenfalls massiv an Wert. Gestern Morgen wurde Brent für fast 50 US-Dollar gehandelt. Heute Morgen liegt der Kurs bei 48,52 US-Dollar pro Barrel. Angesichts der API- und DOE-Wochenberichte brachen die Notierungen an den Ölbörsen massiv ein.

Nigeria profitiert vom OPEC-Abkommen

Für die nigerianische Rohölsorte Forcados wurde der Force-Majeure-Status durch Shell aufgehoben, welcher seit Februar 2016 wirksam war. Dafür verantwortlich waren Milizen die Anschläge auf die nigerianische Forcados-Lieferungen verübten. Seit Mitte Mai ist die TransForcados-Pipeline wieder in Betrieb. Daher wird die für Juni prognostizierte Verlademenge von Rohöl um 252.000 B/T nach oben korrigiert. Nigerias Ölindustrie würde im Juni dann 1,8 Mio. B/T Rohöl exportieren. Einer Förderbegrenzung durch das OPEC-Abkommen ist Nigeria nicht unterworfen, da Nigeria durch den letzten Beschluss weiterhin ausgenommen ist. Langfristige Steigerungen der Rohölexporte wären daher möglich, sollte die Lage in Nigeria stabil bleiben.

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