Quotentreue der OPEC bleibt stabil

Experten von Bloomberg rechnen gemäß den neuesten Daten, dass die Ölförderung der OPEC im Monat Oktober um weitere 180.000 B/T gesunken ist.

09.11.2017 | Robby Erkmann

Die erste Vorhersage Anfang des Monats, ging von nur 80.000 B/T aus, die weniger gefördert worden sein sollen. Demnach lag die gesamte Fördermenge des Kartells für den Monat Oktober bei 32,59 Mio. B/T. Somit lag die Quotentreue, wenn man alle Staaten gesamtheitlich betrachtet bei 104 Prozent im Oktober. Im Vergleich zum September ist das eine Steigerung um 23 Prozent.

Damit das Kartell noch schlagkräftiger werden könnte, hat der Generalsekretär der OPEC Mohammad Barkindo kartellfremde Förderstaaten zur nächsten OPEC-Sitzung am 30. November eingeladen. Da eine erneute Verlängerung der Förderkürzungen beschlossen werden könnte, ist dies ein sehr durchdachtes Vorgehen. Denn somit kann eine Zustimmung der Nicht-OPEC-Länder sichergestellt werden, um in Zukunft weiter gemeinsam die vorgegebenen Ziele zu erreichen. Im Gespräch ist auch, dass Länder, die dem Abkommen noch nicht angehören diesem beitreten sollen. Genau Angaben welche Staaten in Fragekämen gab es nicht. Doch ein brasilianischer Regierungsvertreter behauptet, dass Saudi-Arabien auf informellen Wege versucht habe, Brasilien zu einem Beitritt zum Abkommen überzeugen wollte. Brasilien, als wichtigster Ölproduzent in Südamerika schließt eine Teilnahme am OPEC-Abkommen aus, weil es nicht bereit ist die Ölförderung zu reduzieren.

US-Hedging trübt den Ausblick

Die Citigroup geht davon aus, dass die OPEC eine Verlängerung um nur drei weitere Monate beschließen wird. Der Markt hat sich aktuell darauf eingestellt, dass die Verlängerung direkt bis Ende 2018 beschlossen wird. Dieses Szenario ist eher unwahrscheinlich, da man mit kleineren Schritten für die jeweilige Entscheidungslage, bessere und aktuellere Daten hat, inwiefern das Abkommen genau angepasst werden müsste. Analyst Ed Morse schätzt die Wahrscheinlichkeit für eine Verlängerung bis Ende 2018, ebenfalls für gering ein. Aktuell drängen russische Unternehmen mehr darauf, die eigenen Produktionskapazitäten auszubauen, weshalb diese erstmal beruhigt werden müssten. Außerdem berichtet Morse, dass die US-Förderer aktuell sehr stark Produktionsmengen für 2018 und 2019 hedgen. Das bedeutet, dass die Ölproduzenten, die aktuellen hohen Ölpreise an der Börse absichern und zu einem späteren Zeitpunkt verkaufen. So können aktuell unrentable Ölfelder in Betrieb genommen werden und auch bei wieder fallenden Preisen gewinnbringend Rohöl fördern. Infolge der Hedging-Strategie, könnten die US-Schieferölproduzenten in der zweiten Jahreshälfte 2018 ihre Förderung um 1,5 Mio. B/T steigern, so das Beratungsunternehmen FGE. Damit drücken die US-Produzenten einmal mehr den Ausblick auf eine längere Erholung der Rohölpreise.

Die Preise an den Ölbörsen bleiben dennoch vorerst stabil. WTI kostet aktuell 56,85 US-Dollar pro Barrel und Brent notiert zurzeit bei 63,56 US-Dollar pro Barrel. im Durchschnitt liegt der heutige Heizölpreis in Deutschland bei 61,49 Euro pro 100 Liter und ist im Vergleich zu gestern leicht gesunken.

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