Raffinerien starten Produktion

Allmählich starten die ersten Raffinerien ihre Produktion, weil die Schäden nicht so stark sind wie angenommen. Das stützt die Rohölpreise.

06.09.2017 | Robby Erkmann

Analyst Todd Colvin von Ambrosino Brothers bringt den Preisanstieg mit der schneller als gedachten Produktionsaufnahme der Raffinerien in Verbindung. Durch die steigende Nachfrage nach Rohöl werden die Preise von WTI und Brent gestützt. Die Preise für Produktfutures dagegen werden durch die schneller steigenden Produktionsmengen der Raffinerien nicht so stark steigen, sondern eher abnehmen. Todd Colvin sieht in der aktuellen Diskussion der OPEC, die Förderkürzungen über März 2018 zu verlängern einen stützenden Effekt. Hierfür machen sich auch die beiden größten Ölförderer Russland und Saudi-Arabien stark. Man sollte jedoch bedenken, dass dies unter Umständen nur leere Versprechungen sind, um die Preise stabil zu halten.

Doch die Preise werden in der Spanne zwischen 45 und 50 US-Dollar pro Barrel bleiben, so Todd Colvin. Im Bereich der 50 US-Dollar sieht Colvin Preisrückgänge auf etwa 47 US-Dollar, weil die Benzinnachfrage nicht schnell genug steigt. Nur eine geopolitische Krise, wie ein Konflikt in Nordkorea könnte derzeit die Preise aus dieser Handelsspanne herauslösen.

Hurrikan Irma bereitet neue Sorgen

Ein neues Unwetter steht bevor, obwohl die Reparaturen und Aufräumarbeiten durch Hurrikan Harvey noch andauern werden. Der Sturm Irma wurde bereits mit Stufe 5, auf die höchste Hurrikankategorie heraufgestuft. Die Windgeschwindigkeiten von Irma sind die stärksten, die jemals außerhalb der Karibik gemessen wurden. Bis zum Wochenende soll sich der Hurrikan, laut Experten auf die Stufe 3 verringern und vorerst über Regionen mit warmen Wasser bleiben. Wahrscheinlich wird der Hurrikan auf Florida treffen oder an der Südspitze vorbeiziehen. Sollte der Sturm an Florida vorbeiziehen, kann er nochmal stärker werden. Gleichzeitig ist dann nicht ausschließbar, dass der Sturm die US-Ölfördergebiete im Golf von Mexiko trifft. Diese liegen sehr zentral im Golf von Mexiko vor der Küste Louisiana, Mississippi und Alabama. Daher würde vor allem die US-Rohölförderung betroffen sein und nicht die Rohölverarbeitung, wie bei Sturm Harvey.

Die Rohölpreise sind heute Morgen etwas stabiler. WTI liegt aktuell bei 48,78 US-Dollar pro Barrel etwa 0,3 Prozent über den Eröffnungskursen. Die Nordseesorte Brent notiert derzeit ebenfalls im Plus. Ein Barrel Brent wird aktuell für 53,56 US-Dollar gehandelt. Brent liegt damit ungefähr 0,7 Prozent über den Eröffnungskurs. Nachdem sich der durchschnittliche Heizölpreis gestern etwas verbilligt hatte, zog der Kurs heute wieder an. Der deutschlandweite Durchschnittspreis für Heizöl liegt heute bei 56,18 Euro pro 100 Liter und liegt damit erstmals seit dem 26. Mai über der 56 Euro-Marke.

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