Raffinerieschäden durch Harvey stärker

Kurz nach dem Sturm war die Rede von geringen Schäden und Auswirkungen an den Raffinerien durch Harvey. Der erste Blick täuschte anscheinend.

14.09.2017 | Robby Erkmann

Ein Bericht des DOE offenbart nun, dass die Reparaturen an einigen Raffinerien doch länger andauern, als erwartet worden war. Das Energieministerium sprach nach dem Hurrikan Harvey davon, dass etwa 30 Prozent der landesweiten Raffineriekapazitäten heruntergefahren wurden. Bis jetzt sind laut DOE noch etwa 15 Prozent der Raffineriekapazitäten nicht in Betrieb genommen worden. Vier Raffinerien sind komplett geschlossen, sechs Raffinerien können den Normalbetrieb noch nicht wiederherstellen und fünf weitere Raffinerien produzieren, mit einer sehr geringen Auslastung. Die Restlichen 15 Prozent haben den Normalbetrieb wiederaufgenommen. Die Experten und Analysten haben sich daher etwas verschätzt, was die Auswirkung der Schäden betrifft. Analyst Phil Flynn von Price Futures Group schätzte die Raffinerieausfälle zuletzt auf 6 Prozent.

Verlängerung der OPEC-Förderkürzung

Eine Verlängerung der Produktionskürzungen über März 2018 hinaus ist aktuell in aller Munde. Die Ölfutures in London und New York werden dadurch gestützt und auch die gestrigen Rohölpreise konnten kräftig zulegen. Quellen mit internen Informationen, sollen berichten, dass eine Verlängerung bis September 2018 möglich sei. Der Ölminister Kuwaits, Issam Al-Marzouk erklärte zuletzt auf einer Pressekonferenz, dass die Entscheidung wohl erst im ersten Quartal 2018 fallen wird. Der venezolanische Ölminister Eulogio del Pino erklärte, dass die Produzenten uneinig sind, wie nach dem Abkommen weiter verfahren werden soll. Außerdem sagte er, dass das Kontrollgremium lediglich zur Überwachung der Einhaltung der Förderkürzungen zuständig ist. Das Komitee wird keine Entscheidung treffen, welche das Förderabkommen selbst angeht. Nigerias Ölminister wird, so die Financial Times einer Beschränkung der eigenen Fördermenge ablehnen, damit das Förderwachstum weiter vorangetrieben werden kann.

Die angehobene Prognose der IEA zur Ölnachfrage dürfte Nigeria in die Karten spielen. Die weltweite Nachfrage stieg im zweiten Quartal um 2,3 Mio. B/T. Die IEA rechnet in den OECD-Ländern weiterhin mit einer höheren Nachfrage nach Öl, als bisher angenommen. Verantwortlich dafür sind vor allem die USA und Europa. Die russische Ölproduktion ist im August auf 10,91 Mio. B/T gesunken und ist damit so niedrig, wie seit zwölf Monaten nichtmehr.

Angesichts bullisher Nachrichten zieht der heutige durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland leicht an und liegt bei 56,36 Euro pro 100 Liter. Die Rohölnotierungen sind heute Morgen fast unverändert, nachdem die Preise gestern einiges an Boden gutgemacht haben. WTI liegt derzeit bei 49,29 US-Dollar pro Barrel. Brent notiert aktuell bei 55,03 US-Dollar pro Barrel.

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