Russland als Unsicherheitsfaktor

Es bestehen weiterhin Zweifel, ob Russland an einem OPEC-Abkommen interessiert sein dürfte. Doch wann bekennt sich Russland zu einem klaren Statement?

26.04.2017 | Robby Erkmann

Laut offiziellen Berichten hat Russland seine Förderkürzungen fast komplett umgesetzt. Diese betragen aktuell 250.000 B/T. Doch kommt es in Russland durch den harten Winter gewöhnlicherweise immer zu einem Produktionsrückgang von 40.000 bis 50.000 B/T. Daher hat die Teilnahme an dem OPEC-Abkommen sicherlich nicht so große Auswirkungen, wie für andere Länder. Deswegen ist ein Teil der Kürzungen ohne zusätzliche Maßnahmen den Wintermonaten zuzuschreiben.

Die russische Ölindustrie plant für die zweite Jahreshälfte einen starken Ausbau der Ölförderung. Rosneft will bis zum Jahresende am Ölfeld Yurubcheno-Tokhomskoye 6. Mio. Barrel Rohöl fördern. Lukoil erschließt gänzlich neue Rohölvorkommen am Filanovsky Feld im Kaspischen Meer. Gasprom will seine russische Ölförderung um fast 8 Prozent bis zum Jahrsende steigern. Diese drei großen Ölunternehmen scheinen an einer Teilnahme der Förderkürzungen wenig Interesse zu haben.

Gemäß Angaben des russischen Ölministeriums wird in der zweiten Jahreshälfte mit einer durchschnittlichen Förderung von 11,02 Mio. B/T gerechnet. Das entspricht 75.000 B/T mehr als unter dem aktuellen OPEC-Abkommen erlaubt ist. Marktteilnehmer sind sehr gespannt, wie die Meetings der russischen Regierung mit den Ölunternehmen verlaufen. Alexander Nowak, der russische Energieminister wird noch in dieser Woche an entsprechenden Meetings teilnehmen. Daher hoffen die Marktteilnehmer auf ein eindeutiges Bekenntnis. Bemerkenswert ist, dass Russland in der zweiten Jahreshälfte die Rohölförderung auf einen Höchststand seit 30 Jahren bringen könnte.

US Ölbestandveränderungen enttäuschen

Bekanntermaßen nimmt die US Raffinerieauslastung für die starke Ölnachfrage in den Sommermonaten zu. Somit wird mehr Rohöl verarbeitet, damit das Endprodukt Benzin hergestellt werden kann. Die letzten Wochen zeigten eine überdurchschnittliche starke Auslastung der Raffinerien. Deswegen ist es sehr überraschend, dass laut API, die US Rohölbestände um 0,9 Mio. Barrel gestiegen sind. Logisch wäre es, wenn mehr Rohöl verarbeitet wird, dass die Bestände entsprechend abnehmen würden. Hinzu kommt die Abnahme von 2,0 Mio. Barrel im Cushing. Das kann ein Indiz sein, dass die Rohölimporte gestiegen sind. Angesichts der Förderkürzungen der OPEC waren geringere Importmengen erwartet worden. Laut API-Zahlen nahmen die Benzinvorräte um 4,4 Mio. Barrel zu. Diese Zahlen sind eindeutig bearish zu beurteilen. Im Vorfeld hoffte der Markt auf Abbauten, wurde aber enttäuscht. Abzuwarten bleiben die DOE-Zahlen heute Nachmittag.

Der Heizölpreis kennt aktuell nur den Weg nach unten. Heute ist er auf 56,24 Euro pro 100 Liter gefallen. Die Rohölsorte WTI kämpft weiterhin mit dem Widerstand bei 50-US-Dollar, kann diesen aber nicht überspringen. Daher bleibt das WTI leicht im Plus, bei 49,49 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent hat sich heute Morgen kaum bewegt. Aktuell wird Brent für 52,06 US-Dollar pro Barrel gehandelt.

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