Saudi-Arabien erwartet Haushaltsüberschuss

Die Budgetplanungen der Saudis überraschen sehr, da der Staatshaushalt infolge der niedrigen Ölpreise in der Vergangenheit stets ein hohes Defizit aufwies.

28.12.2017 | Robby Erkmann

So hat die saudische Regierung zuletzt die nächsten 6 Jahre prognostiziert. Während diesen 6 Jahren soll es erstmal wieder einen Staatshaushalt geben, der keine neuen Schulden anhäuft. Dies kann nur gelingen, sofern der Rohölpreis deutlich steigt und damit die Haupteinnahmequelle Saudi-Arabiens erheblich mehr Gewinn einbringt. Dieses Jahr sollen die Erlöse, laut aktuellen Erkenntnissen etwa 440 Mrd. Rial betragen. In US-Dollar wären dies ungefähr 117 Mrd. Für das Jahr 2023 wird indes davon ausgegangen, dass der Ölsektor rund 801 Mrd. Rial einbringen wird, was ungefähr 213 Mrd. US-Dollar entspräche. Der Anstieg würde sich demnach auf 82 Prozent belaufen und soll über die höheren Ölpreise zustande kommen. Wie zuverlässig diese Erwartungshaltung ist, kann nur schwer beziffert werden, da die US-Schieferölindustrie in der Vergangenheit oftmals unterschätzt wurde und auch in Zukunft eine entscheidende Rolle einnimmt, wie die weltweiten Ölpreise sich entwickeln.

Rohölförderausfälle bald behoben

Die Explosion an der Pipeline, die zum Es Sider Terminalhafen führt ist wohl nicht so gravierend wie befürchtet. Daher wird die Inbetriebnahme schneller möglich sein, als gedacht. Aktueller Stand ist, dass die Reparaturdauer nur eine Woche betragen soll. Damit wäre der zuletzt stark bullishe Faktor, der die Preise immer noch auf hohem Niveau hält, beseitigt. Für ein höheres Ölangebot sorgt eine Entspannung der innerpolitischen Streitigkeiten zwischen Kurdistan und der Zentralregierung in Bagdad. Der militärische Konflikt hat die Ölinfrastruktur nicht getroffen, sodass der türkische Exporthafen Ceyhan nun wieder vermehrt Rohöl aus der Konfliktregion erhält. Während des Konfliktes, unterbrach die Regierung in Bagdad jeglichen Transport zum Hafen nach Ceyhan. Aktuell wird über die Pipeline 300.000 B/T transportiert, die dem Markt vorher größtenteils fehlten, da Kurdistan keine alternativen Wege zur Verfügung standen. Ebenfalls demnächst wieder voll funktionsfähig, ist nach zweiwöchigem Ausfall, die Forties-Pipeline. Dort wurde gestern der Testbetrieb aufgenommen. Heute soll die Auslastung bereits 50 Prozent betragen. Daher werde die Prognose bis Anfang nächsten Jahres einen Normalbetrieb zu fahren, wohl zutreffen.

Insgesamt steht der weltweiten Ölnachfrage, dann wieder ein deutlich höheres Ölangebot gegenüber, was die Preise an den Börsen unter Druck setzen wird. Doch bisher dringen diese Meldungen nicht auf Preise durch. Beide Werte halten ihr Preisniveau, auch nach dem Kurssprung aufgrund der Nachrichten aus Libyen. WTI kostet heute Morgen 59,81 US-Dollar pro Barrel. Brent wird für 66,63 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Beide Werte liegen etwa 0,35 Prozent über den Eröffnungskursen. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland hat heute ein neues Jahreshoch erreicht. 100 Liter Heizöl kosten im Bundesdurchschnitt heute 63,26 Euro.

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