Saudi-Arabien im Blickpunkt

In Saudi-Arabien läuft seit dem Wochenende eine Anti-Korruptionskampagne, ausgehend von der saudischen Regierung und dem Königshaus.

08.11.2017 | Robby Erkmann

Die Ölpreise erhielte dadurch neue bullishe Impulse. Am Montag wurde über den Generalstaatsanwalt kommuniziert, dass die Verhaftungen am Wochenende erst der Anfang von umfangreichen Maßnahmen seien, die Korruption im Land zu bekämpfen. Doch Experten schätzen, dass der wahre Hintergrund, der Machtausbau des saudischen Kronprinzen ist, der dadurch das Land politisch destabilisieren könnte. Das würde insbesondere auch zu einer weiteren Destabilisation zu den Nachbarstaaten im Nahen Osten führen.

Die neuerlichen Spannungsfelder zwischen dem Iran und Saudi-Arabien sind für die Börsianer ein wichtiger Einflussfaktor für die Ölpreise. Einerseits könnte eine Eskalation des Konflikts die Rohölproduktion im Nahen Osten gefährden. Andererseits könnten diese Spannungen Probleme innerhalb der OPEC verursachen. Ein Beschluss zur Verlängerung des Abkommens, wie es aktuell der Konsens ist, muss stets einstimmig beschlossen werden. Das hieße, wenn der Iran, seine Befürwortung verweigert, würde das komplette Abkommen Ende März 2018 auslaufen. Jedoch haben sich die Ölpreise und Marktteilnehmer längst auf eine Verlängerung eingestellt. Die UBS schätzt, dass bei einer Entspannung der dortigen Situation, der Preis für die Nordseesorte Brent bald wieder unter 60 US-Dollar fallen dürfte.

Ölpreisprognosen tendenziell höher

Unterdessen hat zwar die britische Bank Barclays ihre Preisprognosen erhöht, doch die Prognosen liegen weiter unter den aktuellen Preisen. Die Bank erklärte, aufgrund des weltweiten Wirtschaftswachstums, einhergehend mit neuen Angebotsausfällen, ist das Marktumfeld für die Ölpreise so vorteilhaft wie seit 2014 nicht mehr. Daher wurde die Preisprognose für Brent angehoben. Demnach schätzen die Analysten den Preis im Durchschnitt für nächstes Jahr auf 55 US-Dollar pro Barrel, was eine Erhöhung von 3 US-Dollar entspricht.

John Saucer von Mobius Risk Group sagte, dass die Preise zu schnell zu stark gestiegen sind. Mit einer kritischen Meinung zu der aktuellen Rallye, ist er nicht alleine unterwegs. Zwar sind die geopolitschen Spannungen gestiegen, so Thomas Pugh von Capital Economics, doch die fundamentale Angebots- und Nachfragekonstellation rechtfertige diesen enormen Anstieg nicht. Zudem liegen die meisten Prognosen für die zukünftigen Ölpreise unter den aktuellen Preisniveaus. Außerdem vermutet die OPEC, dass die US-Schieferölindustrie infolge der Preisanstiege schneller wachsen wird, was die Ölpreise unter Druck setzen könnte.

Die aktuellen Rohölpreise sind im Vergleich zu gestern leicht niedriger und stehen auch heute früh unter Druck. WTI wird heute Morgen für 56,86 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der Preis für Brent liegt zurzeit bei 63,31 US-Dollar pro Barrel. Dagegen legt der durchschnittliche Heizölpreis weiter zu. Im Vergleich zu gestern machte dieser einen Sprung von 60,94 Euro pro 100 Liter auf 62,04 Euro pro 100 Liter.

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