Saudischer Ölgigant nutzt Versorgungslage

Am gestrigen Donnerstag veröffentlichte der staatlich geführte Ölkonzern Saudi-Aramco auf einer Konferenz die Ölpreise für Lieferungen im Dezember.

03.11.2017 | Robby Erkmann

Käufer aus Asien und Europa müssen erneut tiefer in die Tasche greifen um, wenn dieses aus Saudi-Arabien bezogen wird. Abnehmer aus den USA bleiben von weiteren Preiserhöhungen vorerst verschont. Das ist nicht die erste Preiserhöhung von Saudi-Aramco. Einerseits können höhere Preise, aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage nach Rohöl leichter am Markt durchgesetzt werden. Andererseits plant Saudi-Aramco weiterhin einen Börsengang und ist bei weitem nicht so viel Wert, wie von der saudischen Regierung erhofft. Durch höhere Preise soll so der Wert des Unternehmens gefestigt werden. Nichtdestotrotz spielt das aktuelle OPEC-Förderabkommen ebenfalls eine große Rolle, bei der Festsetzung der Rohölpreise, sodass Saudi-Aramco das Ölangebot, wie vereinbart zu kürzen hat.

Unterdessen betonte der saudische Energieminister auf einer Konferenz in Bankok, dass die Rohölbestände noch deutlich über dem ausgegebenen Ziel liegen. Zu Beginn der Förderkürzungen betonte man, dass die Bestände auf den 5-Jahresdurchschnitt gesenkt werden sollen. Diesem gemeinschaftlichen Ziel sei man zusammen deutlich näher gekommen, hätte es aber noch nicht erreicht, so al-Falih. Daher wird das Produktionsabkommen der OPEC- und Nicht-OPEC Staaten erneut verlängert werden. Das Produktionsabkommen läuft Ende März 2018 aus. Der kuwaitische Amtskollege betonte, dass detaillierte Entscheidungen, wie lange und welche anderen Maßnahmen getroffen werden, erst im Februar oder März 2018 bekannt gegeben werden sollen. Der Beschluss, dass eine Verlängerung vereinbart wird, könnte schon beim nächsten OPEC-Treffen am 30. November in Wien bestätigt werden.

Ölpreise verteidigen vorerst Preisanstieg

Mit den aktuellen hohen Preisen für Rohöl hatten selbst viele Experten nicht gerechnet. Denn in der ersten Jahreshälfte nimmt die Nachfrage ab und die US-Ölförderung steigt. Daher werden die Preise unter Druck geraten. Die Schätzungen der Investmentbanker für die Durchschnittspreise nächsten Jahres wurden um jeweils einen US-Dollar angehoben. Brent soll demnach im Schnitt bei 54,00 US-Dollar liegen und ein Barrel WTI 51 US-Dollar. Doch für einen Rücksetzer fehlen aktuell die bearishen Meldungen. Der Irak bestätigte zuletzt, dass aktuell kein Rohöl über die Pipeline nach dem Exporthafen Ceyhan geliefert wird. Damit fehlen dem Weltmarkt etwa 600.000 B/T, die zusätzlich zu den Förderkürzungen fehlen. Der Irak steht mit Kurdistan und der Türkei in Verhandlung, die komplizierter sind als gedacht. Die Wiederinbetriebnahme der Pipeline soll noch im November erfolgen.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist im Vergleich zu gestern um knapp einen Euro gesunken und liegt aktuell bei 59,58 Euro pro 100 Liter. Die Rohölpreise halten ihr aktuelles Preisniveau und liegen heute Früh etwas fester. WTI kostet zurzeit 54,80 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte Brent liegt aktuell bei 60,78 US-Dollar pro Barrel.

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