Schwächelt die US-Ölnachfrage?

Die Schieferölproduktion in den USA steigt weiter an. Doch wird befürchtet, dass der nachfrageintensive Sommer nach Öl und Benzin enttäuscht.

10.05.2017 | Robby Erkmann

In den letzten Wochen erreichte die Raffinerieauslastung überdurchschnittliche Werte und die Produktionsmengen erreichten ein neues Rekordhoch. An den API-Zahlen erkennt man die Auswirkung der aktuellen Produktionslage. Die API Zahlen meldeten einen Rohölabbau von 5,8 Mio. Barrel, der durch die hohe Auslastung begünstigt wird. Die Benzinvorräte stiegen um 3,2 Mio. Barrel, was nicht verwundern dürfte, da die Rohölverarbeitung auf einem neuen Rekordhoch ist. Trotzdem ist dies eine eher untypische saisonale Entwicklung. Der Sommer, mit einer höheren Wirtschaftsleistung und dadurch mehr Berufsverkehr, sowie mehr Reiseverkehr durch besseres Wetter lässt die Benzinbestände normalerweise sinken. Die Daten der EIA verdeutlichen, dass die Bestände in den drei Wochen bis zum 28. April um 5,1 Mio. Barrel zunahmen. Im gleichen Zeitraum nahmen die Bestände die letzten 5 fünf Jahre um durchschnittlich 1,9 Mio. Barrel ab. Scheinbar werden die hohen Benzinproduktionsmengen aktuell nicht wirklich gebraucht, da die Nachfrage bisher deutlich unter dem Vorjahresniveau bleibt. Für einen stabilen oder steigenden Ölpreis, wie die OPEC es gerne hätte, wäre ein nachfrageschwacher Sommer ein weiteres Hindernis. Insgesamt ist der API-Bericht neutral zu bewerten. Interessanter und ausführlicher wird der EIA-Monatsbericht ausfallen, der heute Abend veröffentlicht wird.

Die Rohölpreise bleiben in gedämpfter Stimmung und sind heute Morgen leicht im Minus. Für die Nordseesorte Brent werden aktuell 48,93 US-Dollar pro Barrel notiert. WTI wird derzeit mit 46,13 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der Heizölpreis ist heute, den zweiten Tag infolge gestiegen, nachdem es die letzten Wochen nur bergab ging. Der deutschlandweite Durchschnittspreis liegt nun bei 53,79 Euro pro 100 Liter und hatte gestern noch 53,38 Euro betragen.

Effekt der OPEC-Kürzungen kaum messbar

Nigeria und Libyen verzeichnen zurzeit eine steigende Ölproduktion. Beide Länder sind von den OPEC-Förderkürzungen ausgenommen. Durch diesen Produktionsaufbau wird die Gesamtkürzung der OPEC um 0,7 Mio. Barrel verringert und beträgt nur noch 1,1 Mio. Barrel anstatt 1,8 Mio. Barrel. Ob und wie lange die Rohölförderung dort stabil bleibt oder Konflikte diese wieder einbrechen lassen kann man nicht voraussehen. Hinzu kommt, dass die USA seit Beginn der Förderkürzungen die eigene Ölförderung um ungefähr 0,5 Mio. Barrel ausgeweitet hat. Damit bleibt nur noch eine Restgröße von 0,6 Mio. Barrel übrig, die effektiv dem Markt weniger zur Verfügung steht. Selbst Experten sind sich nicht einig, ob eine Verlängerung der Förderkürzungen ausreicht oder weitere Maßnahmen beschlossen werden müssten, damit der Ölpreis nachhaltig steigt.

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