Trader auf Richtungssuche

Dass die OPEC-Entscheidung für keine große Kursänderung sorgen wird, wurde vorab vermutet. Nun ist fragwürdig, wie die Preise sich entwickeln könnten.

06.12.2017 | Robby Erkmann

Für nächstes Jahr sieht die Bank of America Merrill Lynch die Möglichkeit für einen Preis von 70 US-Dollar pro Barrel für die Sorte Brent. Diese Marke, so die Experten könne aber erst Mitte 2018 erreicht werden. Die, um die Jahreswende geringere Nachfrage nach Rohöl dämpft die Aufwärtspotentiale zu sehr. Dieses Preisniveau wird jedoch nur die Ausnahme bleiben, wenn man den Ausblick anderer Experten betrachtet. Gestern wurde berichtet, dass die Preise ab 2019 immens unter Druck geraten könnten, wofür maßgeblich die US-Schieferölindustrie verantwortlich wäre, so die Einschätzung von der Citigroup und Goldman Sachs. Dieser Faktor wird auch 2018 die Preise im Griff halten.

Kurzfristig kam sind Gewinnmitnahmen, wie es bereits am Anfang der Woche das Fall war, sehr wahrscheinlich. Bekanntermaßen wurden im Vorfeld des OPEC-Treffens in Wien, viele Long-Positionen aufgebaut, die dann wiederverkauft wurden. Nun stellt sich die Frage, ob die weltweiten Ölbestände weiter sinken können. Angesichts der Tatsache, dass die Förderkürzungen nicht intensiviert wurden, die Nachfrage saisonal rückläufig ist und die US-Schieferölindustrie weiter wächst, ist damit kurzfristig nicht zu rechnen, weshalb die Preise unter Druck bleiben werden. Hinzu kommen bearishe Nachrichten aus China. Die unabhängigen Raffinerien in China sollen aktuell so wenig Rohöl verarbeiten wie seit dem 27. Oktober nicht mehr. Demnach liegt die Auslastung im Augenblick bei etwa 64 Prozent. China ist und bleibt einer der wichtigsten Wachstumsmärkte für den weltweiten Rohölbedarf.

Der heutige durchschnittliche Heizölpreis ist um über 80 Cent gefallen und liegt heute bei 60,06 Euro pro 100 Liter. Die Rohölnotierungen sind heute Morgen fast unverändert und auch im Vergleich zu gestern kaum verändert. Brent kostet pro Barrel 62,65 US-Dollar. WTI wird für 57,38 US-Dollar pro Barrel gehandelt.

Trump sorgt für Zündstoff

Die territoriale Staatenbildung in Israel sorgt weiterhin für große Unruhe. Nun schaltet sich der US-Präsident ein und beunruhigt die Lage noch mehr. Trump kündigte in Telefongesprächen mit einigen Staaten an, die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. Unterrichtet wurden auch die Palästinenser, die dann auch die Öffentlichkeit informierten. Trump soll angekündigt haben, Jerusalem bald als Hauptstadt Israels offiziell anzuerkennen. Das Problem ist, dass die Palästinenser Jerusalem, ebenfalls als Hauptstadt beanspruchen, sofern eine 2-Staaten-Lösung angestrebt wird. Zwar fördern beide Staaten kein Rohöl, doch ein militärischer Konflikt kann schnell andere Staaten, in der ohnehin labilen Region, mit einbeziehen. Daher ist es möglich, dass Trader die neue Situation mit einer Risikoprämie an den Börsen einpreisen. Diese stützt prinzipiell die Ölpreise an den Börsen. Einen gleichen Effekt hat auch die politische Konfrontation mit Nordkorea. Erst kürzlich testete Nordkorea erneut eine Rakete. Damit haben sich die Beziehung nochmals verschlechtert.

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