Trump stellt Atomabkommen infrage

Das 2015 geschlossene Abkommen, hob die Sanktionen gegen die Öl- und Finanzbranche des Irans auf. Präsident Trump sorgt aktuell für neue Spannungen.

16.10.2017 | Robby Erkmann

Wie vereinbart, hält sich der Iran an dem Atomabkommen. Der Deal umfasst, die Inspektion des Atomprogramms durch den Westen, die Bestände von waffenfähigen Material zu reduzieren, sowie die Produktionskapazitäten zu kürzen. Die IAEA überwacht das Abkommen und hatte bei der letzten Kontrolle keine Mängel bemerkt. Die Regierung in den USA muss dem Kongress alle 90 Tage bestätigen, dass das Abkommen vom Iran eingehalten wird. Sofern diese Bestätigung ausbleibt, hat der Kongress über neue Sanktionen zu entscheiden. Trump entschied nun, dass Teheran den Geist des Abkommens nicht erfülle und er deswegen die Einhaltung nicht bestätigen kann. Nun wird auf die Reaktion des Kongresses gewartet. Ohne das Abkommen, wird die Stabilität der Region enorm gefährdet. Seaport Global schätzt, dass bei einem Ende des Atomdeals, die Rohölpreise um fünf bis zehn US-Dollar pro Barrel steigen könnten.

Brennpunkt Kurdistan

Die Situation im Nordirak droht zu eskalieren, nachdem die die Kurdenregion durch ein Referendum seine Unabhängigkeit erklärt hatte. Letzte Woche wurde der irakische Premierminister zu Gesprächen mit der kurdischen Regionalregierung eingeladen. Dort sollte über das Strafmaß verhandelt werden, was die irakische Zentralregierung für die Region ausgesprochen hatte. Doch seit Ende letzter Woche soll die irakische Armee, einen Militäreinsatz in der ölreichen Provinz Kirkuk gestartet haben. Dies wäre ein eindeutiges Zeichen, dass die Regierung in Bagdad nicht kompromissbereit ist und eine gewaltbereite Lösung anstrebt. Kirkuk war im Kampf gegen den IS von den Kurden besetzt worden und gehört ursprünglich zu den von Kurden bewohnten Gebiet. Die kurdische Regionalregierung wurde ebenfalls aktiv und hatte letzten Donnerstag eigene Truppen in die Provinz Kirkuk entsandt. Ein militärischer Konflikt könnte das weltweite Ölangebot um 500.000 B/T reduzieren. Aktuell soll es bereits erste Schusswechsel gegeben haben, während des Vorrückens auf einem Luftwaffenstützpunkt.

Bullishe Nachrichten kommen auch aus China, sodass die aktuellen Ölpreise von mehreren Faktoren gestützt werden. Laut aktuellen Handelsdaten aus China lagen die Importe für Rohöl im September bei 9 Mio. B/T. Die chinesischen Ölimporte im August lagen um 0,5 Mio. B/T niedriger bei 8,5 Mio. B/T. Laut Analysten von der Commerzbank liegen die bisherigen Ölimporte 12 Prozent über den Vorjahreswerten.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist über das Wochenende auf heutige 57,48 Euro pro 100 Liter gestiegen. Die aktuellen Spannungsräume im Iran und Irak heben die Ölpreise ordentlich an. WTI liegt heute Morgen bei 52,10 US-Dollar pro Barrel gute 1,3 Prozent höher. Die Sorte Brent notiert gute 1,4 Prozent höher und kostet aktuell 58,01 US-Dollar pro Barrel.

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