Überangebot trotz Förderkürzungen?

Das OPEC-Abkommen wurde größtenteils eingehalten und auch umgesetzt. Doch die Rohölbestände konnten bisher nicht dauerhaft gesenkt werden.

21.04.2017 | Robby Erkmann

Ein Indikator ob es zu einer Zunahme oder Abnahme der Rohölbestände kommt, lässt sich am physischen Rohölmarkt herauslesen. Der sogenannte „Time-Spread“ konnte im Zuge der Produktionskürzungen reduziert werden. Dieser Wert ermittelt die Preisdifferenz zwischen Futures mit zeitnaher Auslieferung und Futures mit Auslieferungen in fernerer Zukunft. Verringert sich die Preisdifferenz, verringert sich auch die Marge der Firmen die daran verdienen. Der 3 Monats Spread lag im November letzten Jahres noch bei über 2,4 US-Dollar. Durch das OPEC-Abkommen schrumpfte der 3 Monats Spread bis März auf ungefähr 0,50 – 0,70 US-Dollar pro Barrel. Nun hat dieser Effekt dafür gesorgt, dass eingelagertes Rohöl teilweise nicht mehr kostendeckend gelagert werden kann. Daher werden diese Rohölmengen nun auf den Markt geworfen und erhöhen schlagartig die Verfügbarkeit von Rohöl am physischen Markt. Andererseits hat der 3 Monats Spread Mitte April eine Gegenbewegung auf über 1,00 US-Dollar pro Barrel vollzogen. Experten sehen das als unterstützendes Zeichen, dass die verfügbare Menge Rohöl kurzfristig zugenommen hat. Daher wird der Ölpreis, trotz geringerer weltweiter Förderung belastet und entwickelt sich nicht so stark wie von der OPEC gewünscht.

Ölbörsen warten auf klare Signale

Trotz neuer Meldungen über eine mögliche Verlängerung der Förderkürzungen, gibt es kaum Bewegung an den Ölbörsen. Die Marktteilnehmer warten scheinbar auf klare Signale für oder gegen eine Verlängerung, anstatt auf ständig wechselnde Meinungen und Gerüchte von hochrangigen Ölvertretern aus dem Nahen Osten. Die neuste Meldung des saudischen Energieministers Khalid al-Falih stammt vom gestrigen Donnerstag. Auf einer Energiekonferenz erklärte er, dass das Ziel, die weltweiten Ölbestände auf den 5-Jahresdurchschnitt zu senken bislang nicht erreicht wurde. Daher könnte eine Verlängerung des Abkommens nötig sein, wobei eine Laufzeit von unter sechs Monaten ebenfalls denkbar wäre. Es soll sogar eine vorläufige Vereinbarung für eine Verlängerung existieren, die noch nicht von allen OPEC-Mitgliedern unterzeichnet worden ist. Der kuwaitische Energieminister Issam al-Marzouq erläuterte, dass sogar Russland vorläufiger Weise zu einer Verlängerung des Abkommens bereit wäre. Als positives Zeichen deutet er, die stark gestiegene Einhaltungsquote der Nicht-OPEC-Staaten. Abzuwarten bleibt, wie hoch der Wahrheitsgehalt dieser Aussagen wirklich ist, da eine Richtungsänderung der verantwortlichen Entscheidungsträger nie ausschließbar ist. Der Analyst Ole Hasen von der Saxo Bank sieht das dauerhafte Reden über eine Verlängerung der Förderkürzungen als vollständig eingepreist. Daher reagieren die Ölpreise und Ölfutures immer weniger auf neue positive Aussagen verschiedenster Vertreter des OPEC-Kartells.

Der heutige Heizölkurs ist wieder gefallen. Diesmal sogar um über einen Euro. Lag er gestern noch bei 58,84 Euro pro 100 Liter, liegt er heute bei nur noch 57,80 Euro pro 100 Liter. Zur Erinnerung, vor dem langen Osterwochenende lag der Preis im Deutschlandschnitt noch bei 60,38 Euro pro 100 Liter. WTI kostet heute 50,80 US-Dollar pro Barrel und die Nordseesorte Brent kostet 53,05 US-Dollar pro Barrel. Beide Sorten sind aktuell etwas teurer als gestern.

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