Uneinheitliche US-Bestandszahlen

Angesichts vieler geopolitischen Spannungen liegt die meiste Aufmerksamkeit der Experten im Nahen Osten, doch die USA bleiben ein wichtiger Faktor.

10.11.2017 | Robby Erkmann

Als größte Wirtschaftsnation bleibt die USA ein bedeutender Faktor, als Ölproduzent und als Ölkonsument. Die US-Bestandszahlen werden daher jede Woche analysiert. Für die abgelaufene Berichtswoche wurde mit rückläufigen Rohölbeständen in Höhe von etwa 2,1 Mio. B/T gerechnet. Das DOE meldete letztendlich eine Zunahme von 2,2 Mio. B/T. Eine höhere Raffinerieauslastung und damit ein höherer Verbrauch von Rohöl hatten diese Annahme gestützt. Jedoch brachen die Rohölexporte der USA um 1,264 Mio. B/T ein. Letzte Woche war der Export von Rohöl auf einem Rekordniveau von etwa 2,1 Mio. B/T geklettert. Begünstigt wurde diese Entwicklung, durch den großen Preisunterschied zwischen der Nordseesorte Brent und der US-Sorte WTI. Hinzu kommt, dass die Rohölförderung in den USA um 67.000 B/T zunahm und jetzt bei insgesamt 9,62 Mio.B/T liegt. Klar bullish waren dagegen die Abbauten bei den Produkten. Die Destillatbestände sanken um 3,4 Mio. B/T und Benzinbestände verringerten sich um 3,3 Mio. B/T. Die hohen Abbauten, bestätigen die gute Gesamtnachfrage nach Ölprodukten, die bei 21,3 Mio. B/T liegt und für diesen Zeitraum überraschend hoch ist.

Das Gesamtbild der US-Bestandszahlen ist damit uneinheitlich. Einen bearishen Einfluss auf die Futures hatten die Rohölbestände, sowie die US-Ölförderung. Dagegen waren die Abbauten bei den Beständen und die hohe Nachfrage bullish.

US-Ölindustrie bleibt unberechenbar

Die Preise an den Futurebörsen an ICE und NYMEX wurden vor kurzem auf ein 2-Jahreshoch getrieben, weil eine starke Konjunktur, eine hohe Nachfrage nach Öl, die OPEC weiter konstruktiv die Förderkürzungen beflogt und geopolitische Spannungen im Nahen Osten die Ölpreise nach oben drückt. Doch die USA könnten in Folge ihrer Hedging-Strategie, mit derer die hohen Preise für eine zukünftige Rohölförderung abgesichert werden können, den Preisanstieg in 2018 begrenzen. Die abnehmende Anzahl von aktiven ölbohranlagen stünde der Möglichkeit die Rohölförderung stark auszubauen nicht im Wege. Im September gab es 7.270 gebohrte, aber nicht fertig erschlossene Ölquellen. Diese erwartbaren Produktionsmengen, können infolge der Preissicherungsgeschäfte an den Rohstoffbörsen, auch bei fallenden Preisen hoch rentabel arbeiten. Die finale Erschließung der Bohrlöcher dauert in diesen Fällen ungefähr 6 bis 9 Monate. Daher kann die US-Ölförderung im nächsten Jahr weiterhin stark, oder noch stärker wachsen und eine langfristige Aufwärtsbewegung ausbremsen. Kurzfristig waren aktuell einige Analysten vor Gewinnmitnahmen, infolge des sehr starken und überraschenden Kursanstiegs der Rohölpreise. Demnach kann mit höheren Schwankungen an den Ölbörsen gerechnet werden.

Die Notierungen an den Ölbörsen sind heute Morgen weiterhin stabil. Brent kostet im Augenblick 63,80 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte WTI wird aktuell für 57,08 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis verteuert sich leicht im Vergleich zu gestern und liegt bei 61,73 Euro pro 100 Liter.

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