US-Ölindustrie wächst noch stärker

Experten haben die Schieferölindustrie der USA in der Vergangenheit oftmals unterschätzt. Dagegen scheinen selbst die Förderkürzungen der OPEC machtlos.

28.04.2017 | Robby Erkmann

Der Ölpreissturz im Winter 2014/15 hat die US-Ölindustrie hart getroffen. Wettbewerbern und anderen Förderstaaten war die neue Schieferöltechnologie sowieso ein Dorn im Auge. Daher kam der Preisverfall am Ölmarkt genau zum richtigen Zeitpunkt, da die Schieferölförderung vergleichsweise kostenintensiv war. Doch die Konkurrenz hatte sich scheinbar zu früh gefreut. Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, haben die US-Ölproduzenten ihre Kosten gesenkt und die Effizienz enorm gesteigert, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dadurch ist die US-amerikanische Ölindustrie sehr widerstandsfähig geworden.

Die Früchte dieser Entwicklung werden, wie es scheint, in dieser Periode geerntet. Sämtliche Organisationen wie zum Beispiel die OPEC, IEA und EIA haben ihre Prognosen für die US-Rohölförderung in den vergangenen Monatsberichten stetig nach oben korrigieren müssen. Wie berichtet, nehmen die Ölbohranlagen stetig zu, wobei eine Anlage heutzutage mehr Ölquellen pro Monat erschließen kann als noch vor ein bis zwei Jahren. Die modernen verbauten Produktionsanlagen sorgen dann für eine längere und ergiebigere Ölförderung als früher. Für neu erschlossene Ölquellen wird eine Aufbauzeit und Anschlusszeit an das Pipelinenetz von 6-8 Monaten benötigt.

Wenn man die Anzahl der aktiven Ölbohranlagen betrachtet, deutet sich ein neuer US-Ölboom an. Die aktiven Ölbohranlagen haben aktuell den höchsten Stand seit April 2015 und sind mit neuster Fördertechnologie ausgestattet. Dieser Trend wird aber aufgrund der zeitlichen Verzögerung erst in der zweiten Jahreshälfte komplett auf die Rohölförderung durchschlagen. Experten von Rystad Energy sehen Produktionszuwächse von 100.000 B/T für das restliche Jahr 2017 für möglich. Für die Zeit Januar bis März wurde bereits eine Steigerung von 240.000 B/T erreicht. Legt man diese Zahl auf das Gesamtjahr, wäre dies eine durchschnittliche Steigerung von 20.000 B/T. Dadurch wird deutlich, dass die Schätzung der EIA, die ein durchschnittliches Wachstum von 29.000 B/T prognostiziert, viel zu gering ist. Unlogisch wäre es, wenn die USA trotz steigender Ölbohranlagen und dem damit investierten Kapital, die Rohölförderung im Jahresverlauf verlangsamen würde. Daher bleibt es mehr als fraglich, ob die OPEC, selbst mit einer Verlängerung der Förderkürzungen ihr Ziel erreicht, die Ölbestände auf den 5-Jahresdurchschnitt zu senken.

Die Rohölpreise sind heute Morgen fast unverändert. WTI liegt aktuell bei 49,31 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent liegt heute bei 51,67 US-Dollar pro Barrel. Einen weiteren Kursrückgang verzeichnet der Deutschlanddurchschnitt bei den Heizölpreisen. Heute liegt der durchschnittliche Preis für 100 Liter Heizöl bei 55,57. Somit hat jeder Handelstag in der letzten Aprilwoche den Heizölkunden einen Preisrückgang beschert.

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