US-Schieferölboom sehr wahrscheinlich

Die IEA schätzt, dass die US-Schieferölindustrie ihren Hochpunkt noch lange nicht erreicht hat und ein Boom wie in Saudi-Arabien möglich ist.

14.11.2017 | Robby Erkmann

So werden die Wachstumsraten der Ölproduktion mit den besten Zeiten in Saudi-Arabien mithalten können. Gleichzeitig hat die IEA die US-Schieferölreserven um 30 Prozent nach oben korrigiert. Diese Betragen nun rund 105 Mrd. Barrel. Insofern könnte die USA im Jahr 2025 etwa 9 Mio. B/T Rohöl fördern. Das wäre eine Steigerung von fast 50 Prozent, wenn man annimmt, dass die aktuelle Fördermenge bei rund 6,1 Mio. B/T liegt. Im Angesichts dessen wurden die langfristigen Ölpreisvorhersagen durch die IEA deutlich gesenkt. So soll laut IEA der Preis 2025 für ein Barrel Rohöl etwa 83 US-Dollar kosten. Im Jahr 2040 schätzt man den Preis pro Barrel auf 111 US-Dollar. Zuvor lagen die Preisprognosen bei 101 und 125 US-Dollar pro Barrel.

Gleichzeitig stellt die IEA eine zweite Preisentwicklungsmöglichkeit auf. Die IEA sieht die Möglichkeit, dass die Preise bis 2040 in einer Preisspanne von 50 bis 70 US-Dollar pro Barrel bleiben könnten. Eine notwendige Bedingung wäre jedoch, dass die Schieferölreserven der USA etwa doppelt so hoch wie aktuell ausfallen müssten. Außerdem müsste die alternative Energiequelle Strom, weniger Bedeutung für den weltweiten Energiebedarf spielen, als bisher von den Experten angenommen.

Kurzfristig ist die Schieferölindustrie ebenfalls bestens aufgestellt. Die Anzahl der gebohrten, aber nicht vollends erschlossenen Ölquellen nahm im Oktober um weitere 138 Stück zu. Mit insgesamt 7.342 angebohrten Ölquellen ist ein neues Rekordhoch erreicht. Die US-Schieferölindustrie hat daher sehr viel Potential die Rohölförderung, aufgrund des aktuellen Preisanstieges rasant zu steigern. Die Steigerung im Oktober mit 138 neuen nicht vollständig angeschlossenen Ölquellen, ist die geringste seit März dieses Jahres. Dies könnte bedeuten, dass die Betreiber weniger Bohrlöcher für eine spätere Förderung verschließen, sondern die Inbetriebnahme planen. Laut EIA wird die US-Ölproduktion daher weiterwachsen. Im Dezember wird mit einer Produktionssteigerung von 80.000 B/T gerechnet. Dann Läge die gesamte US-Ölförderung bei einer Menge von etwa 6,17 Mio. B/T.

Die Ölpreise am heutigen Morgen weiterhin auf hohem Niveau, wenngleich die Preise etwas gefallen sind und auch heute Morgen unter den Eröffnungskursen notieren. So liegt ein Barrel Brent etwa 0,4 Prozent niedriger bei aktuell 62,90 US-Dollar. Das Barrel WTI kostet 56,56 US-Dollar und steht ungefähr 0,3 Prozent tiefer. Etwas günstiger als gestern, ist auch der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland. Der Preis für 100 Liter Heizöl liegt heute bei 61,44 Euro.

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