US-Zahlen lassen Preise fallen

Die Rohölpreise sind infolge der API- und ODE-Zahlen deutlich abgefallen. Die Risikoprämie für den Jerusalem-Konflikt konnte wohl schlimmeres verhindern.

07.12.2017 | Robby Erkmann

Insgesamt sei die Raffinerieauslastung höher und sorgte somit für höhere Abbauten bei den Rohölbeständen, als erwartet. Die DOE-Zahlen meldeten einen Rückgang von 5,6 Mio. Barrel. Das API lag sehr ähnlich bei den Schätzungen und sprach von 5,5 Mio. Barrel. Aufgrund der zwischenzeitlichen Abschaltung der kanadischen Keystone Pipeline waren die Importe noch deutlich geringer. In der Gesamtwoche sanken diese um 0,9 Mio. Barrel. Die Ölexporte sind dagegen nur um 0,4 Mio. Barrel gefallen. Das erklärt die höher als erwarteten Rohölabbauten und ist zugleich bearish zu bewerten. Weniger erfreulich ist, dass die Gesamtnachfrage nach Ölprodukten auf 19,9 Mio. B/T gesunken ist. Die Bestände der Destillate stiegen in der vergangenen Woche um 1,7 Mio. B/T an und übertrafen die Erwartung um 0,7 Mio. B/T deutlich. Die Benzinvorräte dagegen erhöhten sich noch stärker. Hier meldete das DOE um 6,8 Mio. B/T höhere Vorräte, wobei nur ein Anstieg von 1,7 Mio. B/T erwartet worden war. Die Produktbestände überkompensieren die Abbauten bei Rohöl deutlich, sodass das Gesamtzahlenwerk eindeutig bearish zu interpretieren ist. Zugleich nahm die US-Ölförderung weiter zu. Ein Anstieg von 25.000 B/T bedeuten nun eine Gesamtförderung von 9,71 Mio. B/T.

Neue Stufe der Eskalation möglich

Unterdessen hält die Kritik an der Haltung Trumps an, der wohl heute offiziell verkünden will, dass die USA Jerusalem, als die Hauptstadt Israels anerkennen werden. Großbritannien forderte die Vereinigten Staaten auf, einen Friedensplan für den Nahen Osten zu entwickeln. Die Türkei warnte, dass die Folgen dieser Entscheidung nicht vorhersehbar sind und für neues Gewaltpotential sorgen könne. Der Iran unterstellte gar, die USA würden mit dieser Taktik einen Krieg in der Region provozieren wollen. Die Beziehungen zum Iran, sind seit der Regierung Trumps ohnehin schlechter geworden und gewinnen, infolge dieses Vorgehens weiter an Misstrauen. Wie bullish die Wirkung auf die Rohölpreise ist kann noch nicht genau gesagt werden, da die Risikoprämien nicht bekannt sind. Doch es ist offensichtlich, dass die politische Situation im Mittleren und Nahen Osten nicht zur Ruhe kommt.

Trotzdem gaben die Rohölnotierungen im gestrigen Tagesverlauf deutlich nach. Der Preis für Brent liegt heute Morgen etwa einen US-Dollar unter dem gestrigen Preis. Brent kostet daher nur noch 61,42 US-Dollar pro Barrel. Ebenfalls viele Federn lassen, musste die Sorte WTI. Betrug der Preis für ein Barrel WTI gestern noch etwa 57,50 US-Dollar pro Barrel, fiel dieser stark ab und liegt aktuell bei 56,05 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist dagegen nicht weiter gesunken und bleibt weiterhin mit 60,28 Euro oberhalb der 60 Euro pro 100 Liter.

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