USA von Spitzenposition verdrängt

Die weiterhin immer höhere chinesische Ölnachfrage im November hat die Vereinigten Staaten als größten Rohölimporteur der Welt abgelöst.

11.12.2017 | Robby Erkmann

Insgesamt über 9 Mio. B/T hat China aus dem Ausland an Öl exportiert müssen. Das ist das zweithöchste jemals gemessene Niveau. Damit hoffen die Marktteilnehmer, dass die globale Ölnachfrage stärker anzieht, als erwartet. Im Oktober importierte China noch 7,33 Mio. B/T. Daraus ergibt sich ein Wachstum von 23,3 Prozent. Bezogen auf den Vorjahreszeitraum von Januar bis November stieg der chinesische Rohölimport um 12 Prozent an. Ebenfalls positiv ist, dass die hohe Nachfrage nach Öl im November anhielt, da die Preise auf dem höchsten Stand seit 2,5 Jahren waren. Die USA werden davon profitieren, indem das Produktionswachstum, durch die steigende Nachfrage angekurbelt wird. Die Ölförderung wird aller Voraussicht nach, ein Rekordhoch im nächsten Jahr erreichen. Die Gesamtförderung lag letztens bei 9,7 Mio. B/T und damit so hoch wie seit dem 70er Jahren nicht mehr. Gleichzeitig fördern die zuletzt hohen Preise, die Suche nach neuen Ölquellen und die Inbetriebnahme, noch nicht vollends angeschlossener Ölquellen. Die Anzahl der aktiven US-Ölbohranlagen zeigte in den letzten Wochen einen klaren Aufwärtstrend. Dieser Trend hielt auch letzte Woche an. Baker Hughes meldetet für die vergangene Woche einen Anstieg von 2 aktiven Ölbohranlagen. Insgesamt sind nun 751 Anlagen aktiv. Das ist das höchste Stand seit drei Monaten.

Streikandrohung in Nigeria

Pengassan ist eine der zwei größten Gewerkschaften für die Ölarbeiter in Nigeria. Diese droht nun mit einem Streik ab dem 18. Dezember. Grund dafür ist eine Entlassungswelle, derer Mitarbeiter, die zuvor der Gewerkschaft beigetreten sind. Pengassan hat nun die nigerianische Regierung aufgefordert, auf die jeweiligen Ölunternehmen einzuwirken, sodass diese die Entlassung zurücknehmen. Dies ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Bereits im letzten Jahr kam es an den Niederlassungen von ExxonMobil zu Streiks, aufgrund von Kündigungen. Damit könnte es zu einer Produktionsreduzierung kommen. Profieren könnte davon Libyen, da beide Staaten zusammen nicht mehr als 2,8 Mio. B/T fördern dürfen. Somit könnte Libyen die eigene Förderung weiter anheben.

Die Rohölpreise können weiterhin ihr Preisniveau halten. Die überaus positiven Zahlen aus China kommen diesen Umstand zugute. WTI kostet im Augenblick 57,07 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent wird aktuell für 63,34 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Beide Werte liegen heute Vormittag etwas unter den Eröffnungskursen. Der durchschnittliche Heizölpreis hat sich im Vergleich zu Freitag erhöht und liegt heute bei 61,21 Euro pro 100 Liter.

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