Verdächtig kurzes OPEC-Meeting

Glaubt man aktuell einigen Analysten, steht eine Verlängerung wohl schon vor dem Treffen fest. Russlands Zweifel konnten anscheinend beseitigt werden.

27.11.2017 | Robby Erkmann

Das Treffen der OPEC und Nicht-OPEC Länder steht diese Woche Donnerstag in Wien an. Die Staaten werden dort über die aktuelle und zukünftige Lage am weltweiten Ölmarkt diskutieren. Eine erneute Verlängerung der Produktionskürzungen ist schon seit Wochen ein spannendes Gesprächsthema. Wirft man einen Blick in die Tagesagenda, so fällt auf, dass für das Treffen etwa drei Stunden vorgesehen sind. Dies spricht für einen kurzen Beratungszeitraum, so Analyst Greg McKenna von AxiTrader. Er vermutet, dass ein informelles Ergebnis bereits vorab erzielt wurde. McKenna favorisiert eine Verlängerung von neun Monaten, da dies der Meinung der meisten am Abkommen beteiligten Staaten entspricht. Eine Verlängerung würde der Markt wohl neutral auffassen, da die Verlängerung bereits eingepreist ist, so McKenna.

Insidern zufolge hat sich die OPEC Rat bei einigen Analysten eingeholt, um die Schieferölindustrie und deren Wachstumspotential besser einschätzen zu können. Einer der befragten Experten war Andy Hall, ein Urgestein unter Analystenkreisen. Dieser sagte, dass die US-Schieferölindustrie in diesem Jahr von der EIA um etwa 0,3 Mio. B/T unterschätzt hat. Ihm zufolge, sei eine Einschätzung der Schieferölproduktion für 2018 kaum machbar. Es sei lediglich eine weitere Expansion der Fördermengen sicher, wobei die Schätzungen mit 0,5 bis 1,7 Mio. B/T stark schwanken. Weitere beteiligte namenhafte Analysten waren unter anderem Amrita Sen von Energy Aspects und Analysten von der Citigroup und Morgan Stanley.

US-Raffinerieauslastung sinkt

Die Rohöllieferungen aus Kanada sind weiterhin deutlich niedriger. Die Abschaltung eines Abschnittes der Keystone-Pipeline reduziert die Exporte in den USA um etwa 600.000 B/T. Die Störung soll noch im November aufgehoben werden. Angesichts erster Auswirkungen auf die Raffinerieproduktion ist dies auch notwendig. Einige US-Raffinerien haben ihre Auslastungsrate bereits reduzieren müssen. Das wird sich wohl auch auf die wöchentlichen Bestandsdaten auswirken. Für die Rohölvorräte wird daher ein deutlicher Abbau erwartet. Der Preis für WTI wird durch die knappere Lage in den USA gestützt. Dennoch ist der Preis heute Morgen etwas unter Druck und liegt etwa 0,9 Prozent im Minus. Trotzdem bleibt der Preis für ein Barrel WTI mit 58,46 US-Dollar auf hohem Niveau. Die Nordseesorte Brent kostet 63,66 US-Dollar pro Barrel und kann das aktuell Preisniveau ebenfalls halten. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland beträgt heute 61,27 Euro pro 100 Liter. Das ist eine Erhöhung um 20 Cent im Vergleich zu Freitag.

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