Wann sinken die Preise

Es wurde in den letzten Wochen von Experten geschätzt, dass die Preise zeitnah fallen, doch dieser Effekt blieb aus. Wie es nun weitergeht.

05.12.2017 | Robby Erkmann

Die Prognosen werden aktuell für das kommende Jahr deutlich angehoben. Analysten von Goldman Sachs schätzen den durchschnittlichen Ölpreis 2018 für Brent auf 62 US-Dollar pro Barrel. WTI soll im Schnitt für 57,50 US-Dollar gehandelt werden. Trotz der angehobenen Prognosen wird es im ersten Quartal zeitweise zu einer Überversorgung kommen. Das liegt an der Jahreszeit und ist nichts ungewöhnliches. Deswegen tun sich die Ölpreise mit weiteren Aufwärtsbewegungen sehr schwer. Dennoch wird der Markt im weiterem Jahresverlauf 2018 unterversorgt sein, sodass die Bestände wohl weiter sinken werden, so wie es von der OPEC geplant ist. Erst 2019 rechnen die Analysten mit einer starken Reaktion der US-Schieferölindustrie und anderer Produzenten. Die OPEC und Russland werden daher ihre Marktanteile behaupten müssen. Sofern das Förderabkommen endgültig ausläuft, können zudem eine Überversorgung zeitweise eintreten und hohe Abwärtspotentiale generieren.

Experten der Citigroup halten dieses Szenario ebenfalls für möglich. Werde das Abkommen auslaufen, so wird auch die Ölproduktion der Staaten deutlich zulegen. Insgesamt sehen die Analysten Potential für ein um 2 Mio. B/T höheres Ölangebot. Damit würde das Nachfrageangebot überschritten werden und die Preise unter Druck geraten. Die Citigroup sieht den Durchschnittspreis für Brent im Jahr 2019 bei nur noch 49 US-Dollar pro Barrel.

USA bleibt großer Profiteur

Der amerikanische und saudische Energieminister gab kürzlich eine gemeinsame Pressekonferenz. Der saudische Kollege al-Falih sieht gute Gründe, für eine Nichtbeteiligung am Förderabkommen, da diese politischer und rechtlicher Natur seien. Er betonte, dass die US-Schieferölindustrie von dem Förderabkommen profitiere. Dennoch ist die Schieferölindustrie enorm wichtig, um den Rückgang der Fördermengen an den konventionellen Ölfeldern aufzufangen und die steigende Ölnachfrage zu befriedigen. Trotzdem werde, da sind sich beide Staaten einig, die konventionelle Ölförderung weiterhin die wichtigste Energie- und Förderquelle bleiben. Die Schieferölindustrie erschwere die Prognosen zu den weltweiten Bestandentwicklungen erheblich, so der saudische Energieminister. Wie die Experten einiger US-Großbänke, schätzt auch er, dass die Ölbestände in den kommenden Monaten nicht fallen werden. Wie die Citigroup bezifferte al-Falih die Reservekapazitäten der am Abkommen beteiligten Länder auf etwa 2 Mio. B/T. Die Entstehung von Angebotsengpässen ist dagegen nicht das Ziel der OPEC und den Förderkürzungen.

Der durchschnittliche Heizölpreis ist heute leicht gesunken und beträgt 60,89 Euro pro 100 Liter. Angesichts der Ölpreise, ist aktuell mit stärken Preisreduzierungen nicht zu rechnen, zumal die Nachfrage im Winter höher ist, als im Sommer. Der Preis für die Sorte Brent liegt heute bei 62,37 US-Dollar pro Barrel. WTI kostet im Augenblick 57,29 US-Dollar pro Barrel.

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