Weltweite Krisenherde nehmen zu

Die USA haben ein neues Kapitel mit dem Vorgehen in Israel aufgeschlagen. Die ersten Reaktionen sorgen für Unruhe, in der ohnehin instabilen Region.

08.12.2017 | Robby Erkmann

Die USA haben nun Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt, indem Präsident Trump am Mittwoch dies offiziell verkündet hat. Die Hamas, als radikalislamische Palästinensergruppe hat zu einem Aufstand gegen Israel aufgerufen. Im Irak hat der Anführer der Harakat Hisbollah verkündet, dass nun Angriffe auf US-Truppen legitim seien. Selbst die irakische Zentralregierung, bat die USA darum, die Entscheidung wieder rückgängig zu machen, damit die Gewalt- und Konfliktpotentiale wieder abnehmen. Unterdessen wurden aus dem Gazastreifen Raketen Richtung Israel gefeuert. Diese sollen jedoch nicht Israel erreicht haben. Hinzu kommt, dass die Beziehungen gegenüber dem Iran, seit Trump ebenfalls schlechter geworden sind. Dass die Spannungen zu Nordkorea weiter zunehmen, sorgt dagegen für wenig Überraschung. Das nordkoreanische Regime sieht den Ausbrauch eines Krieges, als unausweichlich an, man wisse nur nicht wann es an der Zeit ist. Die USA halten zur Vorbereitung und Abschreckung vermehrt Militärmanöver mit dem Partner Südkorea ab. Die chinesische Regierung agiert aktuell sehr zurückhaltend was öffentliche Kommentaren zur aktuellen Situation betrifft.

Die Ölnotierungen sind nach der Talfahrt am Mittwoch nicht weiter gesunken. WTI und Brent haben sich daher stabilisiert und liegen heute Früh leicht im Plus. WTI kostet im Augenblick 56,70 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent wird aktuell für 62,27 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis liegt heute bei 60,40 Euro pro 100 Liter und ist damit etwas teuerer als gestern.

Förderkürzungen für Libyen und Nigeria

Die Ergebnisse der OPEC-Sitzung in Wien stehen schon seit ein paar Tagen fest. Gemeldet wurde unter anderem, dass die bisher vom Abkommen ausgenommenen Staaten Libyen und Nigeria, ebenfalls ab April, dem neuen Abkommen unterliegen werden. Nun wurde bekannt, dass dazu nur ein inoffizielles vertrauliches Papier unterschrieben wurde. Die zusammen veranlagte Höchstgrenze beider Staaten liege demnach bei 2,8 Mio. B/T. Zur Berechnung wurde die jeweilige höchste Produktion eines Monats des aktuellen Jahres genommen. Für Libyen ergab sich daher eine Menge von 1,0 Mio. B/T und für Nigeria 1,8 Mio. B/T. Laut dem OPEC-Report haben beide Länder kaum Spielraum, die aktuellen Förderung weiter zu steigen, da die Fördermengen nahe an der Kapazitätsgrenze liegen.

Experten von Wood Mackenzie sehen derzeit wenig Spielräume für Libyen die Förderung weiter zu steigern. Laut den Experten ist eine Aufrechterhaltung des aktuellen Niveaus, ohnehin ein Erfolg, da die innenpolitische Situation immer noch sehr instabil ist. Das Risiko von neun Ausschreitungen und Angriffen gegen die Ölindustrie bleibt sehr hoch. Analysten der Eurasia Group schätzen die Lage genauso ein. Beide Analystenhäuser schätzen, dass Libyen, sofern dies möglich sei, die Produktion schon weiter angehoben hätte. Mit der weniger konkreten OPEC-Vereinbarung würde ein solches Vorhaben, wohl ohne Konsequenzen bleiben.

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