WTI kämpft mit 50 US-Dollar Marke

Den Widerstand bei 50,45 konnte WTI nicht überwinden, doch der Markt bleibt bullish. Trader sorgen durch Gewinnmitnahmen für leichte Rücksetzer.

15.09.2017 | Robby Erkmann

WTI konnte die Widerstände bei 49,40 und 49,60 US-Dollar pro Barrel im Laufe des gestrigen Tages makellos überspringen. Damit wurde im Laufe des Tages die 50 US-Dollar Marke erreicht, konnte aber nicht gehalten werden. Es kann daher zu einem deutlichen Rücksetzer kommen, sobald die stützenden Nachrichten abebben. Die Sorte Brent konnte ebenfalls einen Schlüsselwiderstand, der bei 54,35 US-Dollar pro Barrel lag überspringen und setzte damit neues Aufwärtspotential frei.

Maßgeblicher Auslöser für die gestrigen Preissteigerungen waren die DOE-Zahlen. Die Rohölbestände nahmen um 5,9 Mio. Barrel, was angesichts der Zerstörungen an den Raffinerien durch Harvey nicht verwundern dürfte. Das API meldete für diesen Wert sogar eine Erhöhung von 6,2 Mio. Barrel. Die US-Ölimporte nahmen, trotz des Bestandsaufbaus bei Rohöl um 0,603 Mio. B/T ab. Die Bestandsrückgänge bei den Produkten, fiel dagegen stärker aus als erwartet worden war. Die Destillatbestände nahmen um 3,2 Mio. Barrel ab, obwohl nur 1,3 Mio. Barrel erwartet worden waren. Gleiches gilt für den Abbau bei den Benzinbeständen. Erwartet wurde hier ein Rückgang von 3,0 Mio. Barrel, eingetreten ist ein Rückgang um 8,4 Mio. Barrel. Dies ist der stärkste Rückgang der Benzinbestände im Wochenvergleich seit Aufzeichnung der Daten des DOE im Jahr 1990. Die Nachfrage nach Benzin nahm, infolge der Hamsterkäufe in den Hurrikan Gebieten und dem Labour Day Wochenende um 0,456 Mio. B/T zu. Insgesamt sank die Produktnachfrage um 0,2 Mio. B/T auf 19,7 Mio. B/T.

Ganzheitlich betrachtet sind die DOE-Zahlen preisstützend. Starke Abbauten und die langsamere Erholung der Raffinerieproduktion nach Hurrikan Harvey gaben den Ölpreisen zusätzlichen Schub.

Nachfragewachstum wurde unterschätzt

Für die Überversorgung mit Rohöl war in den letzten Jahren wohl vor allem das Ölangebot schuld. Hinzu kam ein stockende Nachfragewachstum nach Öl. Doch die Schätzungen der Experten zu Jahresbeginn sind wohl zu niedrig angesetzt worden. Experten rechneten am Jahresanfang mit einem Nachfragewachstum von 1,2 bis 1,3 Mio. B/T. Der neuerliche Monatsreport der IEA rechnet aktuell mit einem Wachstum von 1,6 Mio. B/T. Somit schätzen Experten, dass der Ölmarkt im Jahr 2017 offenbar ins Gleichgewicht kommen kann. Die Überversorgung in der ersten Jahreshälfte schwenkte in der zweiten Jahreshälfte in eine deutliche Unterversorgung. Allerdings nur weil die Nachfrage stärker wuchs als gedacht. Die Förderkürzungen der OPEC hätten nicht ausgereicht. Dennoch wird die OPEC die Förderkürzungen wohl Anfang 2018 über den März 2018 hinaus verlängern.

Der durchschnittliche Heizölpreis macht wieder einen deutlichen Sprung nach oben und notiert bei 57,44 Euro pro 100 Liter. Bei der aktuellen Nachrichtenlage muss mit weiteren Preissteigerungen gerechnet werden. Die Rohölnotierungen liegen heute Früh etwas tiefer, nachdem sie gestern einen deutlichen Sprung nach oben machen. WTI liegt derzeit bei 49,45 US-Dollar pro Barrel. Brent wird aktuell für 54,93 US-Dollar pro Barrel gehandelt.

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