WTI wieder unter 50 US-Dollar

Die gestrige Meldung, der Inbetriebnahme des Sharara-Ölfeldes in Libyen sorgte für sinkende Preise und auch die US-Bestandsdaten enttäuschten den Markt.

05.10.2017 | Robby Erkmann

Die Ölförderung am größten Ölfeld in Libyen ist nun, mit etwas Verzögerung wieder angelaufen. Die Bekanntgabe erfolgte durch den Vorstandsvorsitzenden der NOC, Mustafa Sanalla. Genaue Details über eine Einigung mit den bewaffneten Milizen gibt es nicht. Daher ist es gut möglich, dass es in Zukunft zu ähnlichen Vorfällen kommt. Reuters bestätigte die Inbetriebnahme des Ölfeldes, durch Informationen von einen, mit der Angelegenheit vertrauten Ingenieur. Das Sharara-Ölfeld förderte zuletzt etwa 280.000 B/T und ist ein wichtiger Baustein, bei der kontinuierlichen Steigerung der Ölförderung Libyens. Das Force Majeure wird im Laufe des Tages ebenfalls aufgehoben.

Die gestrigen DOE-Zahlen weisen einen Rohölbestandsrückgang von 6,0 Mio. Barrel auf. Dieser Wert liegt klar über den Erwartungen von 0,3 Mio. Barrel. Bei genauer Betrachtung, enttäuscht die Zahl dennoch. In der vergangenen Gesamtwoche wurden 1,5 Mio. Barrel weniger Importe verzeichnet. Gleichzeitig stiegen die Rohölexporte für die Berichtswoche um 6,6 Mio. Barrel an. Bereinigt man die Im- und Exportdaten, so ergeben sich Aufbauten im Wert von etwa 2,1 Mio. Barrel. Damit sind die Zahlen klar bearish zu interpretieren. Die Benzinbestände nahmen, infolge einer 0,281 Mio. B/T geringeren Nachfrage um 1,6 Mio. Barrel zu. Allmählich wichtiger, aufgrund der Jahreszeit werden die Destillatbestände. Die Nachfrage stieg um 0,261 Mio. B/T und begünstigt so die Abbauten von 2,6 Mio. Barrel, was angesichts der vorstehenden Heizperiode nicht verwundert. Insgesamt sank die Nachfrage nach Ölprodukten um 1,4 auf 19,7 Mio. B/T, was ein Zeichen für das Ende der Sommernachfrage ist. Die aktuellen Rohölpreise können mit den neusten Zahlen nicht gestützt werden.

Der zuletzt starke Rückgang bei den Rohölnotierungen, macht sich nun auch bei den Heizölpreisen positiv bemerkbar. Heizölkunden dürfen sich heute freuen, da der durchschnittliche Heizölpreis auf 57,19 Euro pro 100 Liter gefallen ist. Im Durchschnitt lag der Preis für Heizöl gestern etwa 1,6 Euro pro 100 Liter höher. Die Nordseesorte Brent notiert heute Morgen bei 55,92 US-Dollar pro Barrel und liegt damit etwa 0,3 Prozent im Plus. WTI liegt ebenfalls etwas höher und liegt mit 49,99 US-Dollar pro Barrel, fast wieder bei 50 US-Dollar.

Neues Tiefdruckgebiet verunsichert den Markt

Nate, aktuell ein tropisches Tiefdruckgebiet, östlich vor Nikaragua, nimmt derzeit Kurs auf den Golf von Mexiko. Aktuelle Wetterberechnungen deuten darauf hin, dass Nate zu sich zu einem Tropensturm entwickeln wird. Ein Eindringen in den Golf von Mexiko ist für das Wochenende vorhergesagt. Der Sturm wird, aller Voraussicht nach über den östlichen Teil des Golfs von Mexiko hinwegziehen und Sonntag auf den Norden Floridas treffen. Wahrscheinlich werden die betroffenen Ölbohranlagen, sicherheitshalber evakuiert werden. Offizielle Meldungen darüber gibt es bisher nicht. Inwiefern die Ölförderung an den Anlagen eingestellt werden muss und wie stark die Behinderungen für den Schiffverkehr sind, ist aktuell nicht klar. Prinzipiell sind die Auswirkungen von Nate für die Ölpreise bullish.

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